Theater AG brilliert im Schauspielhaus

Lang anhaltender Applaus belohnte die Theater AG nach der Aufführung im Schauspielhaus.

Meinerzhagen - „Ich bin glücklich und stolz. Das war ein einmaliges Erlebnis.“ Thomas Erdmann ist Lehrer am Evangelischen Gymnasium und er leitet dort auch die Theater AG. Die vergangene Woche wirkt bei ihm noch immer nach. Die Tage, die er mit „seinen“ Schauspielern und Technikern in Hamburg verbrachte, wird er nie vergessen.

Wie berichtet, waren die 14 „Mimen“, drei Techniker und zwei Betreuer von Montag bis Freitag in die Elb-Metropole eingeladen. Bernd Ruffer vom Fachverband „Theater in Schulen“ hatte das Meinerzhagener Ensemble bei einem Gastspiel in Saarbrücken live auf der Bühne erlebt und spontan eine Einladung in seine Heimatstadt Hamburg ausgesprochen. Der folgten die Volmestädter in der vergangenen Woche, untergebracht war die Gruppe in der Jugendbildungsstätte „Yes“ in Hamburg-Rahlstedt.

Am ersten Tag lernten die heimischen Gymnasiasten die Theater-Profilklasse von Bernd Ruffer kennen. Abends stand dann eine Stadtführung auf dem Programm – und einen Tag später wurde es ernst. Denn da war die erste Aufführung des selbst geschriebenen Stückes „Wenn nichts bleibt“ angesetzt. Darin geht es um die zentrale Frage, ob es in der vermeintlich freien Welt eine Weltherrschaft gibt. Internet, Datensammlung, Überwachungsstaat – all diese „Faktoren“ spielen eine Rolle. Ort des Geschehens war die Stadtteilschule in Hamburg-Bergedorf, wo sich 350 Besucher versammelt hatten.

„Es war wirklich spannend zu beobachten, wie unser Stück beim Publikum ankam. Und wir waren froh, als die Schüler aus den Klassen sieben bis zehn dann lange applaudierten. Anschließend gab es noch eine Diskussion mit den Besuchern. In Gesprächen wurde uns von vielen versichert, dass sie sich in unserem Stück wiedergefunden haben“, freut sich Thomas Erdmann.

Eine echte Bewährungsprobe wartete dann am Mittwoch auf die Gruppe. An diesem Abend waren die Meinerzhagener „Theatermacher“ zu einem Gastspiel im Schauspielhaus eingeladen, als fester Bestandteil des offiziellen Spielplanes. Zwar kostete der Besuch des Stückes im Rahmen des „Theater macht Schule-Festivals“ Eintritt, doch im etwa 150 Personen fassenden Maler-Saal hatten sich dennoch 120 Menschen versammelt. „Darüber haben wir uns sehr gefreut“, erinnert sich Thomas Erdmann. Der Pädagoge vom Bamberg hatte schon vor Beginn des ersten Aktes ein weiteres Erfolgserlebnis: „Es war einfach toll zu beobachten, wie die professionellen Techniker des Schauspielhauses im Vorfeld der Aufführung mit unseren drei Schülern, die die Technik betreuen, zusammenarbeiteten.“

Was dann folgte, bezeichnet Erdmann als „beste Aufführung, die wir jemals gespielt haben“. Der Theaterlehrer schwärmt weiter: „Es passte alles – und zwar auf den Punkt. Jeder Satz stimmte.“ Lohn für die beinahe schon professionelle Leistung war anhaltender Applaus nach der finalen Szene. „Wir wurden noch drei- oder viermal auf die Bühne geholt“, berichtet Thomas Erdmann.

In der anschließenden Diskussion lernten die Volmestädter auch den Fortbildungsleiter der Hamburger Lehrerschaft und die Theaterpädagogin des Schauspielhauses kennen, die im Publikum gesessen hatten.

Zufrieden kehrte die Gruppe am Freitag wieder nach Meinerzhagen zurück. Eine erneute Aufführung von „Wenn nichts bleibt“ wird es allerdings nicht mehr geben, weil einige Ensemble-Mitglieder die Schule verlassen.

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