Gute Partnerschaft auch auf musikalischer Ebene

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Als Klangkörper aus einem Guss präsentierten sich das Märkische Jugendsinfonieorchester und Schüler der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ aus dem Landkreis Elbe-Elster beim Konzert.

Meinerzhagen - Mit frenetischem Beifall, der stehend gespendet wurde, honorierten rund 150 Zuhörer am Freitagabend in der Stadthalle ein umfangreiches, vielschichtiges und komplexes Musikprogramm, das anlässlich des 25-jährigen Partnerschaftsjubiläums des Märkischen Kreises und des Landkreises Elbe-Elster im südlichen Brandenburg vom Märkischen Jugendsinfonieorchester und Schülern der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ in Finsterwalde unter der Leitung von Thomas Grote präsentiert wurde.

„Philharmonische Partnerschaft“ war das Konzert überschrieben, und das Publikum konnte sich bei der Premiere im Märkischen Kreis selbst davon überzeugen, dass die intensive Probenarbeit im Partnerkreis die rund 70 jungen Musiker und Musikerinnen zu einem homogenen Klangkörper zusammengeschweißt hatte.

Mit der Ouvertüre zur Sinfonie in D-Dur von Johann Gottlieb Graun, einem der Namensgeber der Kreismusikschule im Partnerkreis, begann das abwechslungsreiche Programm. Der Komponist genoss am Hofe Friedrichs des Großen große Bekanntheit und hohes Ansehen, aber nach seinen Tod blieben seine Werke und die seines ebenfalls produktiven Bruders Carl Heinrich Graun für lange Zeit nahezu vergessen und werden erst in jüngerer Zeit wiederentdeckt und gespielt.

Mit der „Reformationssinfonie“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy zollte das Orchester anschließend dem Lutherjahr 2017 Tribut. Eigens für das Partnerschaftsjubiläum von John Rausek und Lars Weber komponiert wurde das zeitgenössische Auftragswerk „Wo wir uns finden“ für Percussionquintett und Orchester, das die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Landkreise thematisiert. Für den zweiten Satz „Lenneschiene“ hatte sich John Rausek in einem Drahtwerk in Altena auf Spurensuche begeben, und so folgte die Musik auch sehr bildhaft dem Prozess des Drahtziehens. Er wurde von den „Weberknechten“, dem vom Lars Weber geleiteten erfolgreichen Percussion-Ensemble der Kreismusikschule in Finsterwalde, zum Spiel des MJO hörbar gemacht. Marimba und Vibrafon, Streicherbögen und sogar ein Fahrrad kamen dabei zum Einsatz und ließen die Zuhörer angesichts der teilweise sphärischen Klänge staunen.

Der langsame dritte Satz „Legende“ beschäftigt sich mit der tragischen Sage von Ingmar und Thorgund, wie sie von Richard Althaus in seinem Buch „Märkische Sagen von Ruhr und Lenne, Volme und Ennepe“ aufgeschrieben wurde. Dabei übernahmen Alexander Denz (Bassklarinette) und Ylva Kramer (Englischhorn) die Solopartien.

Eine weitere tragische Liebesgeschichte bestimmte auch den zweiten Konzertteil, in dem Stephan Quandel, der an diesem Abend durch das Programm führte, zur Ballettmusik von Sergej Prokofjew die Geschichte von Romeo und Julia und den verfeindeten Familien Capulet und Montague in der norditalienischen Stadt Verona erzählte.

Der anschließende lang anhaltende Beifall zeugte von der Begeisterung des Publikums über dieses weitere Beispiel lebendiger Partnerschaft zwischen den beiden Landkreisen. Eine Zugabe wurde erbeten, die auch prompt gewährt wurde, mit dem wohl bekanntesten Stück, dem Tanz der Ritter, vielfach auch unter dem Titel „Montague und Capulet“ bekannt.

Das außergewöhnliche Konzert wurde übrigens bereits vor einigen Wochen bei der Generalprobe im Gymnasium in Finsterwalde sowie bei der Premiere in der St. Nikolaikirche in Bad Liebenwerda der Öffentlichkeit präsentiert. Außerdem bestritten die Musiker das Festkonzert zum Jubiläum am vergangenen Samstag im Lüdenscheider Kulturhaus, und am Sonntag waren sie in der Alten Rohrmeisterin in Schwerte zu Gast.

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