Initiative Meinerzhagen-Kierspe in Köln

"Stolpersteiner" beeindruckt von Ausstellung

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Eine 14-köpfige Gruppe aus dem Volmetal besuchte am Wochenende die Ausstellung in der Bibliothek des Museums Ludwig in Köln.

Meinerzhagen - 14 „Stolpersteiner“ aus Meinerzhagen und Kierspe machten sich am Wochenende auf den Weg nach Köln. Ziel war das Museum Ludwig – genauer die angeschlossene Museumsbibliothek. Dort wird zurzeit eine Ausstellung aus zweierlei Anlass gezeigt: Der 70. Geburtstag des Künstlers Gunter Demnig und das 25-jährige Jubiläum der Verlegung des ersten offiziellen Stolpersteins vor dem historischen Rathaus Köln.

„In 14 großen Vitrinen offenbart sich das Lebenswerk eines Künstlers Jahrgang 1947, der als 68er immer ein politischer Mensch war und dies in vielen seiner Werke und Kunstaktionen in ganz Europa zum Ausdruck brachte“, erklärt Christina Först vom Sprecherteam der Initiative Stolpersteine Meinerzhagen-Kierspe.

Seinen Namen als „Spurenleger“ machte sich Demnig bereits 1980 mit der „Blutspur zwischen Kassel und London“; 1990 zog er eine „Spur durchs Vergessen“ entlang der Wege von 1000 Sinti und Roma zum Deportationsgleis am Bahnhof Köln-Deutz. Seine längste Spur legt er aber seit 1992 mit mehr als 44 000 Stolpersteinen – 38 davon in Meinerzhagen. „Die Steine haben in 1100 deutschen Städten und 20 Ländern in ganz Europa ihren Platz gefunden“, heißt es.

So trage die Ausstellung zurecht den Titel „Das Projekt Stolpersteine – Ein KunstDenkmal als Bürgerbewegung“. Christina Först: „Sie zeigt in eindrucksvoller Weise, wie in unzähligen Städten und Gemeinden durch Initiativen diese Art der Erinnerungskultur aufgenommen und vor Ort umgesetzt wurde und wird. Es gibt Vitrinen mit unterschiedlichsten Flyern und Stadt-Rundgängen zu den Verlegestellen; sogar ganze Bücher und wissenschaftliche Arbeiten (etwa in Heidelberg) beschäftigen sich anhand der dortigen Stolpersteine mit dem Schicksal ihrer ehemaligen jüdischen Mitbewohner. Auch die Presse mit großen Namen wie Spiegel, FAZ, National Geographic, New York Times sowie der Stern und die Hör Zu berichteten im Laufe der Jahre intensiv zu dem Thema.“

Aus der großen medialen Welt ging es dann aber auch zu ganz praktischen Dingen: in einer Vitrine, die eigens für Hinweise zu Pflege und Reinigung der Steine eingerichtet ist, erhielten die Ausflügler handfeste Tipps für die Meinerzhagener Steine.

Im Kölner Brauhaus stärkte man sich anschließend in gemütlicher Runde. Danach nahm ein Teil der Gruppe noch an einer Führung im EL-DE-Haus am Appellhofplatz teil. „Dort war das Hauptquartier der Gestapo. Von dort aus wurde die systematische Einschüchterung von Regimegegnern betrieben und dort wurden gegen Kriegsende noch mehr als 400 von ihnen ermordet“, so Först.

Die Gruppe übernimmt eine Anregung zum Jahrestag der Pogromnacht aus Hamburg, wo seit 2014 jeweils am 9. November eine besondere Gedenkaktion stattfindet. Unter dem Motto: „Kein Stein bleibt in dieser Nacht allein!“ werden dort die Stolpersteine während der Pogromnacht von Bürgern mit zahlreichen Kerzen illuminiert.

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