Sternsingern geht der Nachwuchs aus

Die Gruppe der Sternsinger – hier bei einem früheren Besuch in der MZ-Geschäftsstelle – wird immer kleiner. ▪ Schildchen

MEINERZHAGEN ▪ „Wenn jemand ein Patentrezept hat, möge er sich bitte bei mir melden.“ Pater Clemens Rogge weiß nicht so recht, woran es liegt, dass in Meinerzhagen immer weniger Sternsinger Gottes Segen von Haus zu Haus bringen.

Am Samstag und am Sonntag – und damit erstmals nur an zwei Tagen – werden die Heiligen Drei Könige in der Volmestadt vornehmlich katholische Haushalte besuchen, doch beileibe nicht alle.

Dass einige Familien diesmal keinen Besuch von den Kindern und ihren erwachsenen Begleitern bekommen werden, liegt an mangelnder Bereitschaft, sich freiwillig als Sternsinger zu engagieren. Die Meinerzhagenerin Annette Kraus, zuständig für die Organisation der Aktionen, weiß um die großen Probleme: „Etwas mehr als 30 Freiwillige stehen uns in diesem Jahr zur Verfügung. Das reicht aber nicht aus. Statt der benötigten 20 Gruppen werden diesmal nur 14 unterwegs sein.“

Pater Clemens Rogge ist angesichts der fehlenden Bereitschaft ratlos: „Es wird zunehmend schwieriger. Dabei ist es wirklich eine gute Sache, wenn sich Kinder für Kinder einsetzen.“ Dr. Robert Zollitsch, Erzbischof von Freiburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, unterstreicht diese Aussage in einem Schreiben an alle Sternsinger: „Wenn Ihr Euch an der bevorstehenden Sternsinger-Aktion beteiligt, seid Ihr ein Teil dieser Geschichte. Eure Rolle ist die der Helfer, die mit starkem Arm den behinderten Mann zu Jesus bringen. Als Sternsinger stellt Ihr Euch dieses Mal in den Dienst von kranken und behinderten Kindern in Tansania und überall auf der Welt.“

Für ganz wichtig hält Annette Kraus, dass die Eltern auf ihre Kinder einwirken: „Die sollten sagen ,da machst du mit'. Aber Kinder kommen heute ja auch weniger zur Kirche und selbst die Kommunionkinder sind nicht alle dabei“, weiß die Meinerzhagenerin. Ein örtliches Phänomen ist der Mangel an Sternsingern indes nicht. In Altena beispielsweise konnten aktuell nur zehn Kinder für die Aufgabe gewonnen werden, in der Burgstadt sollen nun Erwachsene die Lücken füllen. Ob das allerdings die Patentlösung ist, scheint fraglich.

„Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen, geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr, Caspar, Melchior und Balthasar.“ Dieses Lied und die mit Kreide an die Tür geschriebenen Buchstaben C + M + B für den Segensspruch „Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus“ sind Botschaften der Sternsinger. 200 bis 300 Haushalte werden am Samstag und Sonntag in Meinerzhagen damit „konfrontiert“. Wo die Kinder erwünscht sind und nicht als lästige Störenfriede abgekanzelt werden, wissen die Organisatoren inzwischen. „Häuser, wo uns die Tür vor der Nase zugeschlagen wird – auch das gibt es – klammern wir bewusst aus. Aber das ist eher die Ausnahme“, weiß Annette Kraus. Wer übrigens in den eigenen vier Wänden nicht von den Sternsingern besucht werden kann, hat trotzdem die Möglichkeit, mit den Kindern Kontakt aufzunehmen: Am Wochenende besteht auch in allen Gottesdiensten die Möglichkeit, seine Spende bei den Sternsingern abzugeben. Alle, die nicht besucht werden, können auch auf das Konto Nr. 17434 bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen (BLZ 458 516 65) überweisen.

Zum Auftakt der Sternsinger-Aktion gibt es um 9 Uhr eine Aussendung, die von Pater Clemens gestaltet wird. Ab 12.30 Uhr findet für alle ein gemeinsames Mittagessen im Jugendheim statt. Die Sternsinger würden sich über viele geöffnete Türen freuen, um den Segen Gottes in die Familien zu bringen. ▪ beil

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