Grünewald – ein zukunftsweisendes Projekt

Die historische Eisenstraße führt mitten durch das Gewerbegebiet Grünewald.

MEINERZHAGEN ▪ „Die Flächen sind klasse!“ Da ließ CDU-Fraktionschef Axel Oehm am Montag im Rat keinen Zweifel aufkommen an der besonderen Standortqualität des interkommunalen Gewerbegebiets Grünewald.

 Im Rat ging es am Montag um den Jahresabschluss 2009 der zum Zweck der Projektierung und Vermarktung gegründeten Entwicklungsgesellschaft (EG) Interkommunales Gewerbegebiet Grünewald. Die beiden Grünen-Vertreter im Rat, Ingolf Becker und Paolino Barone, stimmten mit Nein, als es um eine Aufstockung des Geschäftsanteils der Stadt in dieser Gesellschaft ging.

Zu jeweils 45 Prozent sind die beiden Nachbarstädte Kierspe und Meinerzhagen zu gleichen Teilen Hauptgesellschafter. Beteiligt sind ferner die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen mit 8 Prozent und zu zwei Prozent die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis mbH, kurz GWS – ein gemeinsames Unternehmen des Märkischen Kreises, der Kreishandwerkerschaft des Märkischen Kreises und der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen.

Bevor das „gemeinsame Kind“ der beiden Volmestädte ans Laufen kommt, waren zunächst erhebliche Vorleistungen erforderlich. Die nahmen deutlich länger Zeit in Anspruch als man erwarten konnte. Ein Grund für die Verzögerung war auch, dass wegen des Bekanntwerdens von Bergbau in frühindustrieller Zeit auf dem Areal zunächst zur Ausschließung möglicher geologischer Probleme aufwendige Untersuchungen nötig waren. Auch die Verhandlungen mit den privaten Grundstückseigentümern zogen sich länger als gedacht hin. Jetzt jedoch sind alle Probleme ausgeräumt.

Wie im Rat mitgeteilt wurde, hat die EG Grünewald im April dieses Jahres eine weitere Kreditsumme in Höhe von 3,550 Millionen Euro für den bereits teilweise getätigten Grunderwerb und die Realisierung des ersten Bauabschnitts der Erschließung für Ingenieurplanung, Straßen- und Kanalbau aufgenommen.

Die Gesellschafter müssen also zunächst in erheblichem Umfang in finanzielle Vorleistung treten, ehe erste Erlöse aus Grundstücksveräußerungen für die geplante Refinanzierung sorgen können. Der bilanzielle Jahresverlust für 2009 wurde mit 54 200 Euro festgestellt. Auch für 2010 muss mit einem Verlust gerechnet werden. Allein die Zinskosten für die neuen Kredite summieren sich auf rund 100 000 Euro jährlich. Vor diesem Hintergrund haben sich die Hauptgesellschafter jetzt auf eine weitere Einzahlung zur Stärkung des Eigenkapitals verständigt. Für die beiden Städte beläuft sich diese Verpflichtung auf jeweils 68 880 Euro, für die Sparkasse auf 12 440 Euro, so dass eine Kapitalerhöhung um insgesamt 150 000 Euro realisiert wird.

Meinerzhagens Baudezernent Gerd Schriever, der auch als technischer Geschäftsführer der EG Grünewald fungiert, ist zuversichtlich, dass dank der wieder deutlich besseren Wirtschaftlage sich auch die Chancen auf die Vermarktung der Gewerbeflächen sprübar erhöhen dürften. Die ebene bis schwach geneigte Geländelage bietet bei einer Baufläche von ca. 24 ha auch großflächigen Betrieben gute Bau- und Entwicklungsmöglichkeiten. Und genau dies ist auch die erklärte Absicht der beiden Volmestädte: Vor allem Unternehmen mit Bedarf an großen Grundstücken sollen hier angesiedelt werden. Für kleinere Firmenansiedlungen halten sowohl Kierspe als auch Meinerzhagen aktuell noch Flächen zur Verfügung, so in den Gewerbegebieten Kiersperhagen und Darmche.

Bis auf die Grünen-Vertreter stellten sich alle übrigen Ratsmitglieder durch zustimmendes Votum weiter voll hinter das Projekt Grünewald. „Es hat sich auch in der Vergangenheit als richtig und erfolgreich erwiesen, zukunftsweisend zu planen und zu handeln“, so Axel Oehm (CDU). ▪ -fe

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