„Tierische“ Musik in der Stadthalle

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Fröhlich und übermütig klang das Konzert mit dem Flohwalzer aus. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Obwohl bei strahlendem Sonnenschein am Samstag ein Hauch von Frühling in der Luft lag, war es für Bienen draußen immer noch zu kalt. Die Stadthalle allerdings summte zeitweise wie ein Bienenstock. Eine ganze Menagerie war dort zu bestaunen, denn Tiere, die Komponisten inspiriert hatten, standen im Mittelpunkt des Familienkonzertes mit Cosima Breidenstein.

An der Violine begrüßte sie mit Matthias Krella am Klavier das Publikum, bevor Blumenmädchen aus der Ballettklasse von Barbara Stephan beim „Kuhreigen“ von Edvard Grieg mit Tulpen erste Frühlingsgrüße überbrachten. Mit der Musik von Jacques Ibert machten die beiden Musiker anschließend die Schreie und Kapriolen eines kleinen bockigen Esels hörbar.

Zu jedem Stück gab es Informationen über das Leben und die Arbeit der Komponisten. Cosima Breidenstein erzählte unterhaltsam von ihren Lebensverhältnissen und ihrer Passion für die Musik, die sie nicht selten gegen den Widerstand ihrer Familie und ihres Umfeldes verteidigen mussten, um sie schließlich erfolgreich zum Mittelpunkt ihres Lebens machen zu können. Die Arbeit eines Dirigenten erklärte sie, indem sie kurzerhand das Publikum unter ihrer Anleitung summen ließ. So war es einstimmt auf ein Stück von Franz Schubert aus Dresden, der nicht mit seinem weit bekannteren Namensvetter, dem Komponisten des „Forellenquintetts“, zu verwechseln ist. Sein Stück „Die Biene“ wurde wiederum von Ballettschülerinnen aus der Klasse von Barbara Stephan tänzerisch umgesetzt.

Anschließend schwirrte und flirrte ein ganzer Libellenschwarm über die Bühne, die sich zur Musik von Johann Strauß flugs in einen stillen Teich verwandelte. Junge Zuhörer, die als Löwen verkleidet zum Konzert gekommen waren, brüllten und fauchten wie der König der Tiere auf der Bühne, die dann unter den Schritten von kleinen Elefanten erzitterte. Die Tänzerinnen kamen alle aus der Klasse von Verena Milenkovic aus Köln. Von ihr wird auch Isabelle Henkel unterrichtet, die mit Eleganz und Grazie einen „Schwan“ zur Musik Camille Saint-Saens lebendig werden ließ.

Ein Stück, mit dessen Interpretation die russische Primaballerina Anna Pawlowa berühmt wurde. Fröhlich und übermütig klang das Konzert mit dem „Flohwalzer“ aus, zu dem alle Tänzerinnen samt Cosima Breidenstein wie ein Flohzirkus auf der Bühne hüpften. Mit Applaus bedankten sich die Zuhörer für die unterhaltsame und informative Stunde. ▪ luka

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