Großer Aufsteller der Stiftung im Bürgerbüro

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Aufstellung des Stiftungs-Posters mit dem Bild der Jesus-Christus-Kirche im Eingangsbereich des Bürgerbüros. Von links Hans-Martin Brinkmann, Bürgermeister Erhard Pierlings, Dr. Rainer Müller, Bürgerbüroleiterin Gundula Klotz und Fachbereichsleiter Hans-Erich Schmidt. J

MEINERZHAGEN ▪ „Wir Meinerzhagener, gleich welcher Konfession, übernehmen Verantwortung für das älteste Bauwerk und Wahrzeichen unserer Stadt. Hilfe zum dauerhaften Erhalt leisten Sie mit Ihrer Spende an die Stiftung Jesus-Christus-Kirche.“ Als Bekenntnis und Appell zugleich gemeint, sollen diese Worte auf einem großen Poster mit einem wunderschönen Foto der Jesus-Christus-Kirche für eine gemeinschaftliche Aufgabe werben und aufmerksam machen.

Die Mitglieder des Stiftungsrates hatten überlegt, wie man über die bisherigen Aktionen zum Beispiel in Form von Benefiz-Veranstaltungen, persönlicher Ansprache und Öffentlichkeitsarbeit hinaus noch um Spenden und damit eine Aufstockung des für den Erhalt des altehrwürdigen Bauwerks einsetzbaren Stiftungskapitals werben könnte. Dabei kam die Idee auf, mit einem ansprechend gestalteten Poster die Schaufenster-Fläche von leer stehenden Ladenlokalen in der Innenstadt zu nutzen. Dabei verspricht man sich doppelten Nutzeffekt: Für den Eigentümer/Vermieter der freien Fläche über einen attraktiven Blickfang womöglich auch Interessenten für eine Nachnutzung der Räumlichkeiten zu finden. Für die Stiftung selbst natürlich die Aussicht auf neue zustiftende Förderer.

An der Umsetzung und Finanzierung des ersten großen Aufstellers beteiligten sich zwei „bekennende“ Meinerzhagener und Freunde der Jesus-Christus-Kirche: Hans-Martin Brinkmann als ausgewiesener Medienfachmann übernahm Entwurf und Design und das von ihm mit gegründete Unternehmen Brinkmann Henrich Medien (BHM) sorgte für die profimäßige Umsetzung. Dr. Rainer Müller, Mitglied des Stiftungsbeirates, stellte über seine Firma Busch & Müller die Restfinanzierung sicher.

Bei der Suche nach dem ersten Standort für das große Poster mit Werbeaufschrift war man schon fündig geworden – doch sollte sich im konkreten Fall eine unerwartete, gleichwohl positive Entwicklung entgegenstellen. Das avisierte leer stehende Ladenlokal neben der Bücherei Schmitz im Geschäftshaus „Pollmanns Eck“ konnte gerade wieder neu vermietet werden. Kurzerhand wurde umdisponiert, wobei Bürgermeister Erhard Pierlings, der ebenfalls dem Stiftungsrat an gehört, behilflich war: Am Donnerstag wurde der Ständer mit Poster im Eingangsbereich des Bürgerbüros im Rathaus aufgestellt, bildet hier vorübergehend einen interessanten Blickfang und findet somit die Aufmerksamkeit, die sich die Initiatoren in der Zukunft auch noch an wechselnden und anderen Standorten erhoffen.

Die Grundsteinlegung für die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und kunsthistorisch bedeutende Kirche erfolgte um das Jahr 1220 als romanische Emporenbasilika, einem Bautyp, der heute nur noch mit wenigen Exemplaren im Rheinland vertreten ist. Im Jahr 1474 wurde anstelle des romanischen Chorraums dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend ein gotisches Querschiff errichtet. Der Turm erhielt eine gotische Haube. In dieser Form überdauerte die Kirche die Jahrhunderte und prägte das kirchliche Leben in Meinerzhagen. Der Innenraum strahlt rheinischen Überschwang gepaart mit westfälischer, ruhiger Gelassenheit aus.

Die durch den 1797 in der Stadt wütenden Brand erfolgten Zerstörungen konnten beseitigt werden. Auch spätere Renovierungsmaßnahmen konnte die evangelische Kirchengemeinde meistern. Sie ist jedoch in Sorge, ob und wie die Unterhaltungslasten in Zukunft getragen werden können.

Um das kulturhistorisch einmalige Bauwerk auf Dauer und für die Nachwelt zu erhalten, hat die evangelische Kirchengemeinde deshalb 2002 die Stiftung „Jesus-Christus-Kirche“ ins Leben gerufen. Das durch Spenden und Dotationen bislang angesammelte Kapital liegt bei aktuell rund 260 000 Euro. Aus den jährlichen Zinserträgen werden Maßnahmen zum Erhalt der Bausubstanz der Jesus-Christus-Kirche finanziert.

Ausführliche Informationen zur Stiftung und der Möglichkeit, sich hier selbst mit Spenden für den Erhalt des ältesten Bauwerks der Stadt engagieren zu können, sind im Internet unter der Adresse http://www.stiftung-jesuschristuskirche.de abrufbar.

Die Kontonummer für Spenden lautet 562 bei der Volksbank im Märkischen Kreis, BLZ 458 500 05.

Von Horst vom Hofe

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