Überörtliche Kräfte angefordert

Großeinsatz im MK: Mann verletzt zwei Polizisten - Straße gesperrt - Nachbar hält Verkehr an

Die Kreispolizeibehörden in NRW bekommen Verstärkung.
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Zwei verletzte Polizisten und teilweise erhebliche Verkehrsstörungen auf der Oststraße: Das ist die erste Bilanz eines Großeinsatzes der Polizei am Samstagnachmittag.

Zwei verletzte Polizisten und teilweise erhebliche Verkehrsstörungen auf der Oststraße: Das ist die erste Bilanz eines Großeinsatzes der Polizei am Samstagnachmittag. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Situation.

Meinerzhagen – Gegen 14.30 Uhr am Samstag hatte die Bewohnerin eines Mehrfamilienhauses verdächtige Geräusche aus einer anderen Wohnung gemeldet. Als die Beamten vor Ort eintrafen, öffnete der Wohnungsinhaber erst nach mehrmaliger Aufforderung die Tür – eine Erklärung für den Lärm und die offensichtlichen Schnittverletzungen an seinem Oberkörper konnte der 32-jährige Mann allerdings nicht liefern. Stattdessen verhielt er sich äußerst aggressiv und ging auf die beiden Polizisten los, die sich mit Pfefferspray gegen den Angreifer wehren wollten.

StadtMeinerzhagen
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 20.529 (Stand: 31.12.2020)

Da der Mann darauf aber nicht reagierte, zogen sich die Beamten aus dem Hausflur zurück. Kein Grund für den 32-Jährigen, ruhiger zu werden: Er verfolgte die Polizisten und griff einen von ihnen vor dem Mehrfamilienhaus hinterrücks an und warf ihn zu Boden. Die Polizei schrieb in ihrem Bericht: „Beim anschließenden Gerangel sperrte er sich, hielt einen Polizisten fest und versuchte ihn zu beißen. Dabei beleidigte er sie unter anderem als Hurensöhne.“

Seine Kollegin sowie bereits hinzugerufene Unterstützungskräfte konnten den Unruhestifter schließlich aber fixieren. Der Tatverdächtige wurde unter Polizeibegleitung dem Klinikum Lüdenscheid zugeführt. Trotz Fesselung versuchte er sich weiter zur Wehr zu setzen, bespuckte die Beamten und beleidigte sie. Im Krankenhaus wiesen ihn Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt Meinerzhagen in eine psychiatrische Klinik ein. Ein Arzt stellte mehrere Schnittverletzungen fest, die stark bluteten. Die Schnittverletzungen hatte sich der Mann nach ersten Erkenntnissen offenbar an einer gläsernen Tür in seiner Wohnung zugezogen.

Großeinsatz der Polizei: Oststraße zeitweise nur einspurig befahrbar

Die beiden Beamten, die als erste am Ort des Geschehens eingetroffen waren – ein 28-jähriger Polizist sowie seine gleichaltrige Kollegin –, zogen sich beim Einsatz durch den Angriff des 32-Jährigen leichte Verletzungen zu und wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Nach ambulanter Behandlung ihrer Verletzungen konnten sie die Klinik wieder verlassen. Sie sind aktuell nicht dienstfähig.

Die Auseinandersetzung bekamen etwa zehn bis 15 Schaulustige mit, die sich teilweise verbal in das Geschehen einmischten. Ein größeres Polizeiaufgebot aus den Wachen Meinerzhagen, Lüdenscheid und Halver war erforderlich, um die Situation zu beruhigen. Durch den Einsatz mehrerer Streifenwagen sowie des Krankenwagens war die Oststraße in Höhe des Ford-Händlers zeitweise nur einspurig befahrbar.

Die weiteren Ermittlungen laufen. Die Staatsanwaltschaft Hagen ordnete die Entnahme einer Blutprobe sowie der Durchsuchung der Wohnung des Mannes an. Hierbei stellten Polizisten Cannabis sicher. Ein Drogenvortest beim 32-Jährigen verlief positiv auf THC, Amphetamin und Metamphetamin. Die Polizei hat Ermittlungen wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen.

Während des Einsatzes war aufgrund des großen Aufgebotes an Feuerwehr- und Polizeieinsatzkräften die Oststraße komplett gesperrt. Polizeibeamte regelten den Verkehr. Ein Mann setzte sich über die Sperrung hinweg, lief auf die Fahrbahn und hielt vor den Augen der Polizisten eigenmächtig den Verkehr an, um einem Bekannten das Anfahren vom Straßenrand zu ermöglich.

Als der Polizisten ihn zurecht wies, kam der 52-jährige Fahrer des PKW hinzu und drohte dem Polizisten, dass er ihm schlimme Dinge antun werde. Weitere fünf bis zehn Personen bauten sich bedrohlich vor dem Polizisten auf und bedrängten ihn. Weitere Polizeibeamte sowie Bekannte der Aggressoren schalteten sich ein und konnten die Situation wieder beruhigen. Gegen den 52-Jährigen wird nun wegen Bedrohung ermittelt.

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