Praktische Übung der zweiten DRK-Einsatzeinheit im Märkischen Kreis

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Die fiktiven Verletzten wurden an der strukturierten Patientenablage durch Jochen Reiffert notzärtzlich versorgt.

MEINERZHAGEN -   Top secret bis zum letzten Moment blieb am Samstag das Ziel und der Zweck einer großen praktischen Übung der zweiten DRK Einsatzeinheit des Märkischen Kreises. Niemand der 33 Einsatzkräfte aus Meinerzhagen, Plettenberg, Kierspe und Herscheid wusste also, was an diesem Tag geschehen würde.

Um Punkt 13.02 Uhr gingen die Melder der schnellen Einsatzgruppe Meinerzhagen. „Verkehrsunfall mit ungeklärter Sachlage am Steinbruch der Basalt AG im Listertal“, war dort zu lesen.

Und sofort rückten der Notarzt Jochen Reiffert und der Rettungswagen des DRK Ortsvereins Meinerzhagen aus. Wenige Minuten später wurde aus der ungeklärten Sachlage eine konkrete Meldung: Ein MANV 10 mit sieben Verletzen wurde ausgerufen. Bei so einem MANV handelt es sich um einen Massenanfall von Verletzten. Jede Minute zählte. Mit Blaulicht und Martinhorn setzten sich die Fahrzeuge der 2. Einsatzeinheit in Richtung Basalt AG in Bewegung.

Unterwegs noch wurde zur technischen Unterstützung der Rettungskräfte der Löschzug vier der Freiwilligen Feuerwehr angefordert, denn zu dem Zeitpunkt war schon klar, dass eine Person in ihrem Fahrzeug eingeklemmt war. Am Ort des Geschehens bot sich ein schreckliches Bild von zwei Autos, von dem eines auf der Seite lag. Stöhnen war zu hören, Blut zu sehen. Es galt, die Verletzten so schnell als möglich nach der Erstversorgung aus der Gefahrenzone zu einer sogenannten Patientenablage zu bringen, während sich die Feuerwehrleute daran machten, die verletzte Person mittels Schere und anderem technischen Gerät aus dem demolierten Auto zu schneiden.

Jeder der anwesenden Einsatzkräfte wusste, was er zu tun hatte. Während das Knirschen von Metall zu hören war, kümmerten sich die Einsatzkräfte um die verletzten Personen. „Decken Sie diesen Mann bis oben hin zu“, war die klare Anweisung des Notarztes Jochen Reiffert, der die Patienten nach ‚Dringlichkeit‘ einstufte. Im aufgebauten Behandlungszelt wurden die verletzten Männer und Frauen dann weiter versorgt. „Der Mann hier scheint etwas mit dem Torax zu haben. Versorgen Sie ihn mit Sauerstoff und einer Infusion und legen Sie einen Guedel-Tubus.“ Die Einsatzkräfte des DRK und der Feuerwehr arbeiteten bei dieser Übung Hand in Hand. Und die sah für Außenstehende, die auch mal am Straßenrand stehen blieben, sehr realistisch aus. Kein Wunder, denn die Notfalldarsteller des Jugendrotkreuzes Kierspe machten ihre Sache richtig gut. Bis zum letzten Moment der Übung zogen sie ihre Rolle durch. „Es knallte schon ganz schön, als die Feuerwehr mich aus dem Auto schnitt“, sagte eine der Darstellerinnen. „Aber die haben mir jeden Schritt erklärt; so blieb ich ruhig.“

Die junge Dame wurde wie im Ernstfall mit einer transparenten Plane abgedeckt, die sie nicht nur vor Glasscherben schützen sollte, sondern unter der sie auch ärztlich versorgt wurde. Sie war also nie allein. Volker Neumann, der diese Übung als Einsatzleiter gemeinsam mit seinem Assistenten Markus Schemann und dem Notarzt Jochen Reiffert sowie mit Michael Vosskuhle von der Feuerwehr und den Mitarbeitern der Basalt AG koordinierte, war zufrieden am Ende des Tages. „Das war eine sehr gute Zusammenarbeit heute“, sagte er. „Einige Details werden wir besprechen, denn es gibt immer etwas zu verbessern.“ Und auch von Jochen Reiffert kamen lobende Worte. „Die technische Rettung, die Erstversorgung der Verletzten und die Übernahme derselben in die strukturierte Patientenablage haben gut geklappt.“ Übung macht eben den Meister und das kann man am besten durch Wiederholung werden. -  mm

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