Große Prunksitzung „Valbert lot gohn“

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Neben Feen und Bauchtänzerinnen beehrte auch das Duo „Modern Talking“ die Valberter Narren mit seiner Anwesenheit.

Meinerzhagen - „Unser Löschzug wird 125 Jahr, es gratuliert herzlich die Narrenschar.“ Das ist das Motto im diesjährigen Valberter Karneval, und auch der Elferrat hatte sich ganz darauf eingestellt. Feuerwehrhelme trug er beim Einzug in die närrische Ebbehalle, so dass auch der Narr auf der letzten Bank über das Thema informiert war.

Doch lange hatten sie die für sie ungewohnte Kopfbedeckung nicht auf, bald tauschten sie die Helme gegen ihre üblichen Komiteesmützen aus. „Unser Karneval ist ein Fest vom Dorf fürs Dorf“, begrüßte Dominik Busch nicht nur die Jecken im Saal, sondern auch das Königspaar Sascha Sommer und Michaela Hirsch, das Kaiserpaar Klaus und Gertraude Busch sowie den Prinzen Joel Lück mit seiner Prinzessin Alina Jung.

Während die Majestäten schon bald entspannt von der Bühne gehen konnten, wartete auf Prinz Joel eine große Aufgabe: die Prinzenproklamation. In seiner Büttenrede ging er unterhaltsam, aber auch scharfzüngig auf die Kosten des Stadthallen-Umfeldes ein. „Den Ratssaal hat man euch gelassen, um in Ruhe unser Geld zu verprassen“, gab er den Vertretern der Stadt Meinerzhagen mit, sprach aber auch den Weihnachtsmarkt an und endete mit dem Rat: „Kritisieren darf nur, wer auch was tut.“

Nach so viel Lokalkolorit wurde es auf der Bühne lebhaft. 18 Valberter Konfettis wirbelten darüber, legten gekonnt einen Spagat hin und bewegten sich im Gleichklang zu ihren Mittänzerinnen. Ohne Zugabe kamen sie nicht von der Bühne und eine Rakete hatten sie sich redlich ertanzt.

Alsdann betrat Bauchredner Peter Kerscher mit seiner Kuh Dolly die Bühne und forderte alle Mädchen auf, sich bemerkbar zu machen. Doch so recht gelang es nicht. „Kein Wunder, dass wir eine Kanzlerin haben...“, war sein einziger Kommentar dazu. Bald jedoch tauschte er seine Kuh Dolly gegen Prinz Joel aus, der ihre Aufgaben übernehmen musste. Drückte Kerscher die Hand von Prinz Joel, so hatte dieser den Mund zu bewegen, wie zuvor Dolly. Spaß hatten bei diesem Spiel nicht nur die beiden Akteure auf der Bühne, auch im Saal kam Stimmung auf.

Fotos von der Prunksitzung:

"Valbert lot gohn"

Der Valberter Elferrat kann sich glücklich schätzen, ein Publikum zu haben, welches so gut mitgeht: Er musste es nicht zweimal bitten aufzustehen, wenn neue Gruppen einzogen oder ausmarschierten, und auch an Applaus für die Künstler fehlte es nicht. Wurde eine kurze Tanz- oder Schunkelpause eingeschoben, so machten die Valberter vom ersten Ton an mit. Auch mit ihren fantasievollen Kostümen hatten sie sich viel Mühe gegeben: Wunderschöne Feen schunkelten neben Bauchtänzerinnen, die Band „Modern Talking“, aber auch kleine Schulmädchen hatten bereits Ausgang bekommen.

Fast vier Stunden Programm gab es auf der Prunksitzung, und es lief minutengenau ab. Drei Valberter Tanzgruppen gestalteten den Abend mit: die Valberter Konfettis, die Valberter Husaren und die Funkenmariechen Valbert. Aus der Nachbarstadt Attendorn kamen die Roten Funken, die Regimentstöchter und die Prinzengarde Neu-Listernohl. Und aus Hilden waren die Musketiere angereist, eine Karnevalsgruppe, mit der die Valberter befreundet sind.

Tränen gab es an diesem Abend aber auch. 158 Jahre Karneval verabschiedete Christian Kretschmann bei den Funkenmariechen Valbert. 14 Tänzerinnen hören nach dieser Session bei den Funkenmariechen auf, manche nach 21 Jahren. Zum Finale kam der Elferrat selbst auf die Bühne und präsentierte eine Hitparade mit Songs aus dem Karnevalsgenre, aber auch andere Stücke.

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