Wasserverbrauch steigt

Wasserspaß nur im eigenen Garten

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In Privatgärten erlaubt, in Kleingartenanlagen so gut wie nie: Größere Swimmingpools dürfen auch auf dem Gelände des Kleingartenvereins Meinhardus nicht aufgestellt werden.

Meinerzhagen – Bei Sommerhitze ist Wasser eine willkommene Erfrischung – ein Glück für jene, die im eigenen Garten „abtauchen“ können. Viele Familien haben sich in der Corona-Zeit auf den Sommerurlaub zuhause eingerichtet – mit Pool im Garten.

Im Ruhrgebiet gibt es allerdings inzwischen Ärger und es drohen Verbote der kleinen Schwimmanlagen. Der Stadtverband der Gartenvereine in Dortmund will Pools in Kleingartenanlagen verbieten. Der Ärger bei Betroffenen ist groß. 

Sven Schmidt ist Vorsitzender des Kleingartenvereins Meinhardus. Der Meinerzhagener kann dieses Verbot durchaus nachvollziehen. Auch in der Anlage in der Schlenke sind größere Pools, für die Pumpen und Chlor genutzt werden müssen, nicht erwünscht. Die Gartenordnung des Vereins sei zwar schon älter, sehe aber vor, dass lediglich kleine Gewässer wie Teiche mit Naturwasser erlaubt seien. Das Problem ist das Chlor. Das Wasser kann beispielsweise nicht zum Gießen verwendet werden. „Eine Abwasseranlage haben wir nicht. Daher müsste eigentlich jeder, der sich solch einen größeren Pool aufstellt, das Wasser selbst entsorgen, damit es nicht ins Grundwasser sickert. Das würde jedoch vermutlich niemand machen“, sagt Schmidt. 

Kleinere Planschbecken kein Problem

Kleinere Planschbecken, in denen sich Kinder abkühlen können, sind dagegen bei den Meinerzhagener Kleingärtnern kein Problem. „Bei dem warmen Wetter in den letzten Tagen haben diese Möglichkeit auch mehrere Gartenbesitzer genutzt und kleine Becken für die Kinder aufgestellt.“ Dennoch: Einen größeren Pool hat Sven Schmidt in den letzten Tagen ebenfalls in der Anlage entdeckt. Nach der Rückkehr aus seinem Urlaub sei ihm das Becken aufgefallen, berichtet er. Den Besitzer werde er nun darüber informieren, dass eben dieses bei den Kleingärtnern nicht erlaubt ist. „Er wird ihn wieder abbauen müssen“, so Schmidt. 

Beim Wasservergnügen im Garten ist während der Corona-Pandemie auch das Abstandsgebot kein großes Thema, daher stehen auch in vielen Meinerzhagener Gärten nicht nur Blumenkübel, Rutschen oder Schaukeln, sondern eben auch Schwimmbecken aus Plastik. Probleme habe es diesbezüglich bislang keinerlei gegeben, heißt es aus dem Rathaus – auch nicht bezüglich der Wasserreserven. Wassermangel drohe nicht. Gleichzeitig appelliere man aber auch an die Vernunft der Bürger, während der Hitzewelle und der daraus resultierenden Trockenheit Wasser nicht zu verschwenden.

Höherer Wasserverbrauch im Sommer

Dass der Wasserverbrauch im Sommer höher ist, bestätigt in diesem Zusammenhang der Geschäftsführer der Stadtwerke Meinerzhagen Michael Berkenkopf. Der Verbrauch liege etwa 30 Prozent über dem Normalwert, berichtet er. „Ob das Wasser jetzt in den Pool fließt oder in die Gießkanne oder aber zum Duschen verwendet wird, können wir natürlich nicht feststellen.“ Dass die Verbrauchszahl über dem langjährigen Mittel liegt und in den Meinerzhagener Haushalten mehr Wasser durch die Wasserkräne fließt, fällt aber nicht nur im Corona-Sommer auf: „Wir beobachten das verstärkt bereits seit zwei, drei Jahren.“ Gleichzeitig habe man festgestellt, dass die Nachtabläufe höher seien. „Das deutet darauf hin, dass dann Pools befüllt werden. Bis so ein Pool voll ist, dauert es. Das Wasser läuft meist über Nacht.“ Befüllt würden die Garten-Schwimmbecken mit Wasser aus dem Hausanschluss. Früher habe die Möglichkeit bestanden, bei den Stadtwerken ein Standrohr auszuleihen, das an einen Hydranten angeschlossen werden konnte. „Da fließt das Wasser dann zwar schneller, das Ganze hat aber auch dazu geführt, dass die gesamte Wasserversorgung behindert wurde.“

Dass der Wasserverbrauch in der Volmestadt Meinerzhagen seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen habe, sei ebenfalls zu erkennen, berichtet Michel Berkenkopf: „Als der Lockdown kam, stiegen die Verbrauche deutlich an.“ Der heimische Stadtwerke-Chef führt das darauf zurück, dass seit Beginn der Ausbreitung des Corona-Virus deutlich mehr Menschen zuhause seien.

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