Spitzenplatz bei Gewerbeflächen

Auf Meinerzhagener Gebiet, aber eigentlich „interkommunal“: von Ansiedlungen im Gewerbegebiet Grünewald profitiert nicht nur Meinerzhagen, sondern auch Kierspe. -  Archivfoto: Wirth

Meinerzhagen - Die Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen im Märkischen Kreis ist in den vergangenen drei Jahren gestiegen.

Knapp 54 Hektar wurden in den Jahren 2014 bis 2016 kreisweit veräußert. Kommunen mit dem höchsten Flächenumsatz waren Halver mit insgesamt elf Hektar, gefolgt von Meinerzhagen (8,8 Hektar) und Altena (8,2 Hektar). Das geht aus dem ersten Gewerbeflächenmonitoringbericht der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen (GWS) hervor.

Demnach wechselten in Meinerzhagen allein im Jahr 2016 durch sieben Verkäufe insgesamt 8,22 Hektar Gewerbefläche den Besitzer. Das sind mehr als 40 Prozent der Fläche, die im gesamten Märkischen Kreis 2016 verkauft wurde (20,39 Hektar). Zudem verfügt Meinerzhagen – nach Altena – über das größte Potenzial für anzusiedelnde Gewerbebetriebe. 20,66 Hektar stehen hier zum Stichtag 31. Dezember 2016 zur Verfügung, 4,97 davon sind laut GWS-Bericht sogar sofort, 12,24 Hektar immerhin kurzfristig verfügbar – ein Spitzenwert im Kreis. Zudem verfügt die Volmestadt über 3,46 Hektar sogenannter Optionsfläche.

Neben öffentlichen Flächen hat die Gesellschaft auch private Gewerbeflächen analysiert und davon in Meinerzhagen 0,83 Hektar „gefunden“ (Darmche 1 und 2). Verkauft wurden hier von 2014 bis 2016 insgesamt 0,9 Hektar solcher Flächen.

Die Branche mit den meisten Verkaufsfällen bildete nach Aussagen der GWS kreisweit das verarbeitende Gewerbe mit 43 von insgesamt 76 verkauften Grundstücken, gefolgt vom Handwerk und der Baubranche (6) sowie dem Bereich Verkehr und Logistik (5). Ziel des Berichts sei es, die Entwicklungsdynamik systematisch zu beobachten, „um gewerbeflächenrelevante Trends zu erkennen und die richtigen Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen“, erklärt GWS-Geschäftsführer Jochen Schröder. Und Projektleiter Marcel Krings warnt: „Aktuell beträgt das kommunale Gewerbeflächenangebot kreisweit etwa 86 Hektar. Wenn sich die Nachfrage so weiterentwickelt und keine neuen Flächen ausgewiesen werden, führt dies in absehbarer Zeit zu einer weiteren Verschärfung der Marktsituation. In einigen Kommunen sind bereits jetzt keine Flächen mehr verfügbar.“

Der Bericht, der in den kommenden Jahren regelmäßig fortgeschrieben werden soll, soll Politik und Verwaltung in den Kommunen eine Grundlage für eine konstruktive Diskussion über Flächennutzung und Gewerbeflächenvorratspolitik bieten. „Wir brauchen eine sachliche Debatte über ein ausreichendes Angebot an Flächen für den Industriestandort Märkischer Kreis, da es zunehmend schwieriger wird, neue Flächen auszuweisen. Der zukünftige Bedarf wird auch aus den Flächenverbräuchen der Vergangenheit abgeleitet“, wird Jochen Schröder zitiert. - zach

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