Autokran in Aktion: Wenn Boote über der Bigge schweben

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Schließlich wurden die Boote punktgenau auf den Anhängern ihrer Besitzer platziert. Danach stand einer Fahrt ins Winterlager nichts mehr im Wege.

Attendorn/Listertal - Mit etwas Nervosität beobachtete Hafenmeister Peter Kramer am Wochenende das Geschehen am Yacht-Club Lister am Biggesee. Es war ein gewaltiges Bild – der 50 Tonnen schwere Autokran, angestrahlt von der Sonne, der die insgesamt 38 Boote aus der Bigge „schweben“ ließ – teilweise sieben Meter lang und mehr als zwei Meter breit.

Der Ablauf war dabei durchgeplant: erst die einzelnen Boote mit großen Schlingen per Kran auf einen Anhänger verladen, dann mit Unimog oder Trecker nach oben fahren, anschließend an die Privat-Pkw hängen. Ein umfangreicher Plan, der sich nach „anfänglichen Schwierigkeiten“, so Kramer, grandios bewähre: „Wir sind zufrieden“.

Etwa doppelt so schnell wie geplant verlief das Verladen der Boote auf ihre Anhänger – in nur zehn Minuten konnte jedes bis zu zwei Tonnen schwere Schiffchen, sei es „Arielle“ oder „Lamarie´s Wave“ sicher von Wasser zu Land transportiert werden. Dieser reibungslose Ablauf zeige vor allem eines, so Michael Schröder, Präsident des Clubs: „Eine fantastische Organisation und das Arbeiten Hand in Hand.“

Trockenheit ist Fluch und Segen zugleich

Generell ärgerte sich niemand darüber, dass die sogenannte Slipanlage, die die Boote über eine Art Schienen aus dem Wasser heraus transportiert, aufgrund des niedrigen derzeitigen Wasserstandes der Bigge in diesem Jahr nicht verwendet werden konnte. 

„Letztendlich ist dies ein Ausdruck für die gute Saison dieses Jahres“, schwärmt Schröder, der seine Klubmitglieder mit Frühstück versorgte. „Noch am letzten Wochenende konnten wir herausfahren. Die Saison begann im Mai.“ 

Eine solche Saison habe es noch nie gegeben. Einen Kran, der die Boote aus der Lister „schweben“ lässt, gab es aber auch lange nicht: Das letzte Mal habe es 2003 einen derartigen Einsatz gegeben, so Peter Kramer, der selbst seit zehn Jahren der Hafenmeister des YCL ist. 

Einige Zuschauer, Klubmitglieder aus ebenso an der Bigge liegenden Segelklubs schauen gespannt beim Kranen zu, genießen aber auch die Sonne sowie eine „gelebte Gemeinschaft an der Bigge“, so die Freunde. 

Mitglieder des Klubs kommen dabei nicht nur aus dem Olper Kreis. Auch Meinerzhagener, Kölner und Frankfurter holten ihre Boote am Yachtclub am, um sie nun ins Winterquartier, meist in eine Halle, zu fahren.

Aktion gemäß Ruhrverbandsvorschrift

Aber warum müssen die Boote überhaupt aus dem Wasser geholt werden? „Es handelt sich um eine Vorschrift des Ruhrverbands“, so Kramer. Jener habe einen Termin Mitte November festgesetzt, an dem die Boote aus dem Wasser herausgeholt werden sollen.

Und das aus guten Grund: In dem Falle, dass die Talsperre zufriert, könnte das erhebliche Schäden für die Kunststoffverkleidung der Boote bedeuten. Ende Mai dürfen „Arielle“ und Co dann wieder die Gewässer befahren – „bald ist die Bigge wieder voll“ ist sich auch der Präsident sicher.

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