Grippe: Viele Meinerzhagener sind krank

Krankheitsbedingte Ausfälle sind in diesen Tagen keine Seltenheit in Meinerzhagen - Foto: dpa

Meinerzhagen - Dr. Norbert Kison ist Sprecher der heimischen Ärzte. Und auch im Wartezimmer seiner Praxis sitzen zurzeit viele Meinerzhagener, die schniefen, husten und über Kopf- und Gliederschmerzen klagen. Grippale Infekte und die „echte“ Virusgrippe sind auch in Meinerzhagen „im Umlauf“.

Von Jürgen Beil

Für Dr. Kison ist das allerdings kein Alarmsignal: „Das ist zeitgemäß und witterungsgerecht“, weiß der praktische Arzt und er fügt hinzu: „Wir haben ungefähr das Niveau der vergangenen fünf Jahre erreicht.“ Eine leichte zeitliche Verzögerung hat Dr. Kison dennoch ausgemacht: „Bei uns begann die Erkältungssaison von Ende Dezember bis Ende Januar diesmal eher schleppend. Danach nahmen die Krankheitsfälle zu. Momentan sind bei mir etwa zwei Drittel der Krankschreibungen erkältungsbedingt, bei dem anderen Drittel handelt es sich um die echte Grippe.“ Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, können eigentlich nur noch die Symptome gelindert werden. Für einen wirksamen Schutz sollten die Patienten im Vorfeld einer Grippewelle sorgen. Und das ist für Dr. Kison genau der Punkt: „Meist wird nur geimpft, wenn es ein Medienspektakel gibt. Wichtig wäre aber, jeden Herbst zur Schutzimpfung zu gehen. Wird regelmäßig geimpft, ist es auch nicht ganz so schlimm, wenn der Impfstoff – wie im vergangenen Herbst – nicht so gut schützt wie sonst.“

Dr. Rainer Müller, Chef des Unternehmens „Busch und Müller“ auf dem Bamberg, kann inzwischen wieder aufatmen, was den Krankenstand in seiner Firma angeht. „Das sah in der vergangenen Woche allerdings noch ganz anders aus. 13 Prozent unserer 180 Mitarbeiter waren da krank gemeldet. In den Wochen davor waren es zwischen acht und zehn Prozent“, erinnert er sich. Aufgefangen wurden die Ausfälle von den gesunden Kollegen. „Die mussten etwas mehr machen“, erinnert sich Dr. Müller.

Auch am Evangelischen Gymnasium ist der Krankenstand momentan höher als üblich. Das Kollegium sei dabei nicht so sehr betroffen wie die Schülerschaft, weiß der stellvertretende Schulleiter Eckhard Kessler. Noch in dieser Woche beginnen an der Schule für den ältesten Jahrgang die wichtigen Vorabitur-Klausuren. „Die können auch wie gewohnt stattfinden, da wird nichts ausfallen“, beruhigt Kessler.

Die Arbeiter der Firma Sebaly und Füge Erd- und Pflasterarbeiten sind bei fast jedem Wetter im Freien tätig. Sie müssten von Erkältungskrankheiten eigentlich besonders betroffen sein. „Das ist aber nicht so“, berichtet Geschäftsführer Ulrich Füge. Zwei Kollegen waren früh im Jahr krank, momentan fällt nur einer aus. Vielleicht härtet die Arbeit an der frischen Luft ja auch ab“, lacht Füge.

Ganz anders sieht es zurzeit in vielen Kindergärten aus. Edda Dahlhaus von der Einrichtung an der Otto-Fuchs-Straße gelingt es wegen einiger krankheitsbedingter Ausfälle gerade noch, die vorgeschriebene Mindestzahl an Mitarbeiterinnen „aufzubieten“. „Lache, wenn es zum Heulen nicht mehr reicht“, lautet mein Motto momentan“, nimmt sie die Probleme mit einer Prise Galgenhumor. „Wir können unsere Einrichtung ja nicht schließen, viele Eltern sind ja auf die Betreuung ihrer Kinder angewiesen, weil sie einen Beruf ausüben. Dann müssen unsere verbleibenden Mitarbeiterinnen halt Überstunden machen und auf bessere Zeiten hoffen“, beschreibt sie die Situation.

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