Granulat verklumpt: Stadt Meinerzhagen nimmt Firma in die Pflicht

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Das Granulat verklumpt unter den Fussballschuhen.

Meinerzhagen - Die Fußballer des RSV Meinerzhagen und die Stadt Meinerzhagen haben ein Problem: Während der Hitzeperiode verklumpte das Granulat auf dem Kunstrasen des Stadions Oststraße. Die Folge: Fußballschuhe „verklebten“ und die „Placken“ sind nicht ungefährlich für die Kicker.

Das sonntägliche Meisterschaftsspiel des heimischen Westfalenligisten RSV I wurde aus diesem Grund bereits verlegt. Man tauschte das Heimrecht mit Gegner Neheim. Und wie geht es nun weiter? Schließlich steht die Saison unmittelbar bevor und die Heimpartien lassen sich nicht auf unbestimmte Zeit vermeiden. Nicht nur die Erste des RSV trägt ihre Heimspiele auf dem heimischen Kunstgrün aus, auch Reserve und Jugendmannschaften sind betroffen. „Wir halten das für einen klaren Gewährleistungs-Mangel“, erläuterte der städtische Fachbereichsleiter im Bereich Technischer Service Jürgen Tischbiereck. Das bedeutet: Die Stadt sieht die Firma Polytan in der Pflicht.

„Ich habe am 2. August die Niederlassung in Halle angeschrieben, unser Problem erläutert und eine Mängelanzeige angefertigt. Noch habe ich nichts gehört, aber ich werde am Ball bleiben und telefonieren“, kündigte Tischbiereck an. Hitze und eine mögliche Vermischung zweier unterschiedlicher Granulat-Typen könnten Ursache für die Misere sein. Jürgen Tischbiereck jedenfalls geht davon aus, dass sowohl das neue und erst im Jahr 2015 aufgebrachte Granulat als auch die eventuell noch vorhandenen älteren Granulatkörner zunächst komplett entfernt werden müssen. Erst dann könnte neues Material aufgebracht werden.

Im Jahr 2015 hatte die Stadt für diese Maßnahme 73 000 Euro investiert. Damals hieß es, dass die neue Mischung auch Hitze standhalte. Immerhin: Der Kunstrasen ist bislang aus Sicht von Jürgen Tischbiereck wohl nicht in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch nimmt die Stadt das Problem nicht auf die leichte Schulter. Denn: Zum einen besteht ein Verletzungsrisiko, zum anderen könnten Regressforderungen auf die Stadt zukommen, denn wie Fußballer berichten, lassen sich die Nockenschuhe an der Unterseite nur schwer oder gar nicht von den Granulat-Klumpen befreien.

Heinz-Gerd Maikranz, städtischer Fachbereichsleiter Bürgerservice, bringt deshalb eine Maßnahme ins Spiel, die kurzfristig Abhilfe schaffen könnte: „Ich bemühe mich zurzeit darum, den Platz wässern zu lassen. In dieser Sache habe ich Kontakt mit der Feuerwehr aufgenommen. Jetzt müssen wir das vor einem Spiel machen und dann schauen, ob es besser wird“, erläutert er. Welche Partie dafür in Frage kommt, muss Maikranz mit dem RSV noch klären. „Eventuell könnte man den Kunstrasen auch vor einem Training wässern und so testen, ob weiterhin Verklumpungen auftreten“, teilte Maikranz gestern mit. 

Auch andere Städte haben das Problem Bei der Stadt setzt man nun auf eine fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit. Gemeinsam wollen sich Tischbiereck und Maikranz dafür einsetzen, dass möglichst bald eine Lösung gefunden wird. Dabei sehen beide aber klar die Fachfirma in der Pflicht, die das Granulat 2015 ausgetauscht hat. Und Meinerzhagen ist mit diesem Problem nicht allein: Neben Plätzen in Lüdenscheid sind oder waren Sportanlagen in der ganzen Republik betroffen. Ein Blick ins Internet verrät: Ob Usingen im Taunus, Zimmern im Schwarzwald, Norderstedt in Schleswig-Holstein oder Jülich in Nordrhein-Westfalen: Kunstrasen-Klumpen sind kein Phänomen, das allein in der Volmestadt auftritt. 

Der Kunstrasen im Listertaler Herbert-Jassman-Stadion ist übrigens nicht von Verklumpungen betroffen. Ingo Hartmann ist Vorsitzender des RSV Listertal. Er gab gestern Entwarnung: „Bei uns ist nach wie vor alles in Ordnung. Wir haben aber auch ein anderes Granulat aufgebracht als das, was im Stadion an der Oststraße verwendet wurde.“

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