RSV Meinerzhagen macht sich ernsthafte Sorgen

"Granulat-Affäre": Muss der Belag des Kunstrasens komplett getauscht werden?

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Diese Klumpen bereiten Kopfzerbrechen, denn sie verkleben die Fußballschuhe.

Meinerzhagen - „Wir kennen das Problem. Und wir sind daran interessiert, die Ursachen schnell zu beheben. Ich werde das im Verwaltungsvorstand zur Sprache bringen und auch mit den Kollegen vom Fachbereich Technischer Service darüber reden.“

Heinz-Gerd Maikranz von der Stadt Meinerzhagen sagt das – denn auch er wünscht sich, dass der Kunstrasen im Stadion Oststraße möglichst bald klumpenfrei wird. 

Vor jedem Spiel und in der Halbzeitpause wurde das mit Granulat verfüllte künstliche Grün der Oberliga-Heimstätte des RSV Meinerzhagen zuletzt kräftig gewässert. Die Firma Polytan bearbeitete die Spielfläche vor der Partie gegen Rhynern mit einem Spezialtrecker. Und trotzdem ist der Kunstrasen weit weg von einem optimalen Zustand. Auch beim jüngsten 5:0-Heimerfolg gegen den SC Wiedenbrück trat die altbekannte Problematik wieder auf, die Sohlen der Kicker verklebten erneut. 

Der städtische Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz war am Sonntag selbst im Stadion, er sprach nach der Begegnung davon, dass es seines Wissens nach zumindest keine gravierenden Vorkommnisse in Sachen Klumpenbildung gegeben habe. 

Lohnt sich kostspielige Sanierung überhaupt noch?

Dirk Rebein als RSV-Vorsitzender erklärte allerdings, dass die Fußballschuhe der Akteure erneut verklebten. Und er hofft nun, dass der 2007 aufgebrachte Belag an der Oststraße komplett ausgetauscht wird. „Die nächste Sommer-Saison würde dieser Kunstrasen wohl kaum durchhalten“, glaubt Rebein. 

Ob eine kostspielige Sanierung nach so vielen Betriebsjahren überhaupt noch lohnt, ist eine Grundsatzfrage, die jetzt beantwortet werden muss. 

Wie auch immer – Heinz-Gerd Maikranz setzte bereits einige Hebel in Bewegung, um sich zu informieren, wie dauerhaft Abhilfe geschaffen werden kann. In Lüdenscheid, wo das Granulat auf den Sportplätzen Nattenberg und Honsel ebenfalls verklumpte, habe er Kontakt mit der Verwaltung aufgenommen. Die Kollegen dort ließen das Problem-Granulat inzwischen austauschen. „Das scheint eine Möglichkeit zu sein, um der Sache Herr zu werden“, berichtet Maikranz.

Bestes Beispiel: Rot-Weiß Lüdenscheid

Doch die „Angelegenheit“ hat gleich mehrere Haken: Ein solcher Austausch ist teuer und es ist möglich, dass die Spezialfirmen, die dazu in der Lage sind, nicht gerade Gewehr bei Fuß stehen. 

Michael Dregger ist Vorstandssprecher der Fußballer von Rot-Weiß Lüdenscheid (RWL). Er ist bestens mit der Klumpen-Problematik vertraut, weil RWL am Nattenberg lange dieselben Schwierigkeiten hatte. Dregger freut sich, dass er am vergangenen Sonntag erstmals auf dem sanierten Kunstrasen spielen konnte.

"Altes Granulat-Sand-Gemisch muss komplett raus"

„Die Arbeiten haben ungefähr drei Wochen gedauert. Dazu wurden die Sommerferien genutzt. Und am Honsel ist das bereits früher gemacht worden. Aus Sicht der Fußballer kann ich jetzt sagen, dass es sich etwas anders auf dem Platz spielt, aber nicht schlechter. Das liegt auch daran, dass sich das neue Granulat nun erst einmal setzen muss“, ist Dregger im Großen und Ganzen aber zufrieden. 

Auch der RWL-Funktionär bestätigt, dass aus seiner Sicht nur eines gegen die Klumpenbildung hilft: „Das alte Granulat-Sand-Gemisch muss komplett raus und neues rein. Alles andere hilft auf Dauer nichts.“ Auch er hat mitbekommen, dass diese Maßnahme nicht billig ist. „Ich denke, dass die Stadt als Eigentümer der Sportanlage da mit etwa 50.000 Euro rechnen muss“, fügt Dregger hinzu.

Er berichtet weiter, dass er erfahren habe, dass auch eine andere Maßnahme eventuell Abhilfen schaffen könnte: „Experten haben uns gesagt, dass man auch Sand auf das alte Granulat aufbringen kann. Das soll aber wohl nur ein Jahr halten, dann tauche die Problematik erneut auf, hieß es dazu.“

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