Schmierereien an der A45 ein Ärgernis

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Kein Kunstwerk, kein Statement. Diese Schmierereien am Ratsplatz Baberg sind einfach sinnlos.

Meinerzhagen - Sie verdienen weder die Bezeichnung „Kunstwerk“, noch haben sie irgendeinen tieferen Sinn. Die Schmierereien an Bauwerken entlang der Autobahn 45 sind eigentlich nur ärgerlich.

So wie die Aneinanderreihung von Buchstaben auf den Lärmschutzwänden am A-45-Rastplatz Baberg, kurz vor der Abfahrt Meinerzhagen. 

Markus Migletti, beim Landesbetrieb Straßen.NRW in Hamm zuständig auch für diesen Autobahnabschnitt, hat es inzwischen aufgegeben, sich über die Wandmalereien aufzuregen. Und Hoffnung, dass dieser Unsinn aufhört, hat er kaum noch: „Die schmieren wirklich überall herum“, hat er im Laufe der Jahre feststellen müssen. „Überall“, das bedeutet sogar auf den Verkehrsschildern, die quer über den Fahrspuren der A 45 hängen. „Dazu nutzen die Sprayer die Leiter im Inneren der Konstruktion. Die klettern sie hoch, um an die Schilder zu kommen. Das ist sehr gefährlich, aber es kommt vor“, weiß Migletti. 

Solche Aktionen würden meist in der Nacht ausgeführt. Und wenn so ein Sprayer, der meist auch noch schwarz gekleidet sei, von Autofahrern doch einmal gesehen und dann die Polizei verständigt werde, seien die Chancen, die Übeltäter zu erwischen, minimal, berichtet der Experte von Straßen.NRW. „Die sind ruckzuck wieder weg.“ Regressforderungen könnten deshalb auch so gut wie nie geltend gemacht werden. Dabei sind die Kosten, die bei der Entfernung der Sprühzeichen anfallen, durchaus beachtlich: „Wir rechnen dafür 40 Euro pro Quadratmeter ein“, erläutert Migletti. Seine Behörde allein ist für etwa 1000 Kilometer Autobahn zuständig, auf denen es unzählige Schmierereien gibt. Sie alle und die immer wieder neu hinzukommenden Graffitis zu entfernen – ein Ding der Unmöglichkeit.

Zurück zum Rastplatz Baberg. Der wurde erst Mitte März vergangenen Jahres nach umfangreichen Ausbauarbeiten wieder für den Betrieb freigegeben. Der Landesbetrieb Straßen.NRW investierte 4 Millionen Euro in den Umbau der Anlage. Allein 400 000 Euro kostete die Errichtung der Lärmschutzwände – der Gegenwert eines komfortablen Eigenheimes. Die schallschluckende Barriere zur Fahrbahn kommt vor allen Dingen Lastwagenfahrern zugute, die dort Rast machen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhzeiten einzuhalten. 

Dass die Wand irgendwann wieder in ihren Ur-Zustand zurückversetzt wird, schließt Migletti allerdings aus: „Wir entfernen die Graffitis nur dann, wenn sie gegen die guten Sitten verstoßen oder einen rassistischen Inhalt haben.“ In jedem Einzelfall auszurücken und die Zeichen zu beseitigen, das sei einfach unmöglich. „Diese Schmierereien kommen zu häufig vor. Und wenn wir sie entfernen, bereiten wir jedem Sprayer mit einer sauberen Wand doch nur eine Freude“, haben Migletti und seine Kollegen inzwischen ein Stück weit resigniert. 

Ob an Lärmschutzwänden, Toilettenhäuschen, Widerlagern oder Brückenpfeilern, ohne Graffitis scheint es nicht mehr zu gehen. Häufig finden sich dort auch Hinterlassenschaften von Fußballfans, so wie auf der Lärmschutzwand am Ratsplatz Baberg. Welcher „VFL“ dort verewigt wurde, bleibt dem neutralen Betrachter indes verschlossen. Vielleicht beabsichtige der Anhänger irgendeines „Vereines für Leibesübungen“ lediglich, sein Revier zu markieren.

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