Ole Hafner und Tobias Reichler gestalten Häuschen

Zwei Freunde, eine Leidenschaft! Ole Hafner (links) und Tobias Reichler sind „legale“ Sprayer.

Meinerzhagen -  Sie sind seit langer Zeit schon Freunde, der 16 Jahre alte Ole Hafner und der gleichaltrige Tobias Reichler. Beide sind gebürtige Bergneustädter, wo sie bis zum Umzug von Tobias nach Meinerzhagen gemeinsam das dortige Gymnasium besuchten. Mittlerweile geht Tobias aufs Evangelische Gymnasium in Meinerzhagen. Neben vielen anderen Gemeinsamkeiten verbindet die beiden jungen Männer aber besonders ihr nicht alltägliches Hobby: Sie sind Sprayer, besser gesagt, Graffiti-Künstler.

Dabei gehören sie aber nicht zu der Sorte, die illegal, meist zur Nachtzeit und dann auch noch vermummt, gleichermaßen öffentliche und private Flächen beschmieren. Ole und Tobias zeigen ihr Können an den dafür von den Eigentümern freigegebenen Flächen.

In Lengelscheid, wo Tobias zuhause ist, gestalteten sie ein Buswartehäuschen, das zuvor mit Schmierereien „verziert“ wurde. Genau diese Graffiti-Aktion der beiden führte letztendlich dazu, dass man im Meinerzhagener Rathaus auf sie aufmerksam wurde.

Am Dienstag stimmten die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses einem „Graffiti- Projekt“ mit ihnen zu (MZ berichtete). Ole und Tobias sollen die derzeit noch stark durch Schmierereien verunstalteten Buswartehäuschen in Ihne und an der Haaner Straße in Valbert mit ihren Graffitis gestalten.

„Wir freuen uns darüber sehr. Denn bisher gab es bei uns hier keine legalen Flächen“, so die zwei Jugendlichen bei einer Ortserkundung mit der MZ in Ihne.

Dabei sprechen sie auch über den zum Teil lebensgefährlichen Leichtsinn, den die „Illegalen“ an den Tag legen. „Wer wirklich ernsthaft an legalem Graffiti interessiert ist, findet Möglichkeiten. Für unsere Region ist beispielsweise Köln eine gute Plattform“, so Ole Hafner.

Er berichtet ebenso über eine nationale Graffiti-Szene, aus der schon die eine oder andere Freundschaft entstanden ist.

Ein Grundsatz, auf den die Freunde bei ihrer künstlerischen Arbeit achten, ist der Schutz der Gesundheit. Egal ob bei Einzelaktionen oder in der Gruppe: Der Atemschutz gehört dazu.

Zumindest für Ole ist die Graffiti-Kunst eine Art von Brücke in eine zukünftige berufliche Tätigkeit. Er möchte eine Ausbildung im grafischen Bereich aufnehmen.

Ärgerlich sind die jungen Männer darüber, dass durch die illegalen Sprayer-Aktionen insgesamt ein schlechtes Licht auf die Graffitiszene geworfen wird. „Wer mal erlebt hat, wieviel Freude und welche Arbeit in der Gestaltung einer Fläche steckt, der merkt, dass es den legalen Sprayern nicht um Sachbeschädigung und Verunstaltung geht“, so beide einmütig.

Um diesen Eindruck besser vermitteln zu können, wäre es aus der Sicht der beiden schön, wenn mehr Flächen bereitgestellt würden. Dabei sei der Ideenreichtum, was die Motive angehe, sehr umfangreich und könne sicherlich im Vorfeld mit den Eigentümern abgestimmt werden.

Genau dieses „Abstimmungsverfahren“ gab es jetzt im Bau- und Vergabeausschuss. Dort entschied man sich für einen Entwurf, den Olaf und Tobias zuvor eingereicht hatten.

Hiernach sollen in den Wartehäuschen in Ihne neben dem Namensschriftzug die Evangelische Kirche in Valberter und das Gemeindezentrum in Ihne selbst abgebildet sein. Umrahmt und „hinterlegt“ mit der Skyline der Ortschaft. - jjh

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