Gospelmusik in der Johanneskirche

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Der Kiersper Gospelchor Al!ve unter der Leitung von Marko Reppel bestritt den ersten Teil eines Benefiz-Konzertes am Sonntag in der Johanneskirche. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Erst beim letzten Lied waren die eingängigen, mitreißenden Rhythmen mit dem schwerfälligen sauerländer Blut bis in die Füße vorgedrungen, trieben die Zuhörer auf dieselben, so dass sie mitsangen und mitschwangen. Der Kiersper Gospelchor Al!ve und der 60-köpfige Workshopchor hatten es geschafft: Die Botschaft war angekommen!

Die Hände waren beim Benefizkonzert am vergangenen Sonntagnachmittag in der Johanneskirche schneller bereit gewesen mitzuklatschen und zu schnippen. Gleich zu Beginn, als der Kiersper Chor unter der Leitung von Marko Reppel den ersten Teil der Konzertes noch allein bestritt. Im zweiten Teil wurde er verstärkt durch die Teilnehmer eines Workshop, zu dem wieder Gäste aus ganz Deutschland angereist waren. Er hatte erneut unter der professionellen Anleitung von Hanjo Gäbler stattgefunden, der mit den Teilnehmern am Wochenende fünf Stücke einstudiert hatte, die an diesem Tag vorgestellt wurden.

Aus Siegen, Düsseldorf, Dresden und München waren die Mitglieder der Band angereist, die die Sängerinnen und Sänger nach nur einem Tag gemeinsamer Probe begleitete: Ina Lockemann am Schlagzeug, Matthias Czastrau am Piano, Alex Hassler am Bass und Sebastian Hassler an der Gitarre.

Gospel, erfuhren die Zuhörer von Marko Reppel und Hanjo Gäbler, ist keine Stilrichtung, sondern der Rahmen für das Evangelium, die frohe Botschaft, die darin verkündet wird. Bewusst wurde deshalb auf bekannte Traditionals verzichtet, und stattdessen neuere Songs geboten, funky, im Gute-Laune-Disco-Stil der 70er Jahre, auch mal a capella im Dialog oder ruhig und getragen. Einige Songs stammten aus der Feder von Hanjo Gäbler.

Gospel, erklärten Reppel und Gäbler, ist eine Danksagung und Lobpreisung. Dank für das, was man hat, was allzu leicht als selbstverständlich angesehen wird. Gospel ist eine Möglichkeit, sich von den Sorgen und dem Druck des Alltags frei zu machen. Er führt weg vom sorgenvollen, negativen Denken, hin zu Hoffnung und Liebe. „Gospel - das ist das Unmögliche möglich machen,“ ergänzte „Hausherr“ Pastor Tometten, und weiter: „Es ist eine Möglichkeit, sich Luft zu machen.“

Damit hatte er eine perfekte Überleitung zu seinem Anliegen gefunden: „Auch Sie müssen sich Luft machen, meine Damen und Herren, und das Gemeindehaus braucht einen neuen Anstrich.“ Da das Konzert kostenlos genossen werden konnte, wurden die Zuhörern beim Verlassen der Kirche für eben diesen Zweck um einen Obolus gebeten.

Bei der Zugabe, äußerst passend „Oh happy Day“, wurde der Gospelchor nocheinmal verstärkt, denn dabei waren auch die Zuhörer mit Begeisterung mit von der Partie. ▪ luka

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