Landtagsabgeordneter will Valbertern helfen

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Die meisten Motorradfahrer genießen an der Nordhelle eine Fahrt durch die schöne Natur. Nur wenige rasen. 

Meinerzhagen - „Es geht um die Anlieger und ihren Schutz vor schwarzen Schafen.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas findet klare Worte, wenn es um die Valberter Bürger geht, die an der L707 Richtung Nordhelle wohnen. Von diesen Ebbedörflern haben sich einige hilfesuchend an ihn gewandt.

Das Problem ist nicht neu, doch eine Lösung noch immer nicht in Sicht: Die Landstraße 707 zieht in diesem Bereich neben einheimischen Bikern auch Motorrad-Touristen aus den Großräumen Köln und Ruhrgebiet und den Niederlanden an. Nicht alle von ihnen kommen hierher, um die schöne Landschaft zu genießen. Einige nutzen die Straße auf die Nordhelle als Rennstrecke, verursachen Lärm und beschwören durch ihre Raserei Gefahren herauf. 

Das weiß auch Gordan Dudas. Er holte Anlieger und Vertreter des Bundesverbandes der Motorradfahrer (BVDM) an einen Tisch, um die Lage zu besprechen. Herausgekommen sei ein guter Dialog, auch deshalb, weil die BVDM-Vertreter dieselben Ziele hätten wie die Anlieger, berichtet Dudas. Bleiben die scheinbar unbelehrbaren „schwarzen Schafe“. Denen ist mit Argumenten oft nicht beizukommen – und so plädierte Dudas für eine Geschwindigkeitsbegrenzung. „Das wäre vor allem für den Bereich eine gute Lösung, wo es keine scharfen Kurven gibt und wo die Maschinen stark beschleunigen“, findet er. Dabei habe das zuständige Landesministerium allerdings nicht mitgespielt und ein Tempolimit aus rechtlichen Gründen abgelehnt, was er nicht nachvollziehen könne, berichtet Dudas weiter. 

Also soll jetzt „Plan B“ greifen. Dudas: „Es wurde zugesagt, dass die Mittelschwellen, die ein Überfahren der Fahrbahnmitte verhindern, vor der Saison, also wohl im März, wieder aufgebracht werden. Und weitere Teilbereiche der Strecke sollen ebenfalls damit ausgerüstet werden.“

„Papier, Gespräche, Veranstaltungen.“ Michael Wilczynski ist 2. Vorsitzender des BVDM. Und er möchte – auch an der Nordhelle – weiter dafür kämpfen, dass weder gerast noch unnötiger Lärm verursacht wird. Dazu sollen weitere Aktionen stattfinden. Wilczinsky kennt die Probleme und auch er hat nach eigener Aussage in dieser Sache bereits Kontakt mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und dem heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas aufgenommen. Gespräche mit dem Märkischen Kreis hingegen hätten in jüngster Zeit nicht stattgefunden: „Die sprechen nicht mehr mit uns, seit wir gegen die Streckensperrung geklagt haben“, sagt Wilczynski. 

Dass gehandelt werden muss, um „schwarze Schafe“ unter den Motrradfahrern zum Besseren zu „bekehren“, ist dem Funktionär des BVDM klar, wie das geschehen kann auch. Geplant ist für die bevorstehende Saison allerdings noch nichts Konkretes. „Wir haben wieder Aktionen auf den Parkplätzen entlang der Strecke angeboten“, berichtet Wilczynski. Dort sollen auch „Hinweise auf besseres Benehmen“ durchgeführt werden. 

Die Stadt Meinerzhagen ist – ebenso wie der Märkische Kreis und weitere Kommunen aus dem heimischen Raum – inzwischen dem Bündnis „Silent Rider“ beigetreten. Unter diesem Dach soll bundesweit Front gegen unnötigen Motorradlärm gemacht werden. „Kräfte bündeln und Symbiosen schaffen“, so lautet das Ziel. Acht betroffene Kernkommunen haben sich zunächst zum Arbeitskreis Nationalpark Eifel gegen Motorradlärm zusammengeschlossen, dabei handelt es sich um Bad Münstereifel, Heimbach, Hürtgenwald, Nettersheim, Nideggen, Roetgen, Schleiden und Simmerath. Sie riefen die Kampagne „Silent Rider” ins Leben. In der Zwischenzeit haben viele weitere Kommunen und Gruppen ihr Interesse an der Initiative bekundet und sind dem Verein Silent Rider beigetreten. Meinerzhagen, Kierspe, Balve, Halver, Hemer, Herscheid, Menden, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Plettenberg und Schalksmühle sind aus dem Märkischen Kreis mit „im Boot“, Städte und Gemeinden zahlten dafür jeweils bis zu 500 Euro, der Kreis 5000. Und auch der BVDM trat bei.

Und jetzt? „Wir müssen uns mit der Initiative darüber abstimmen. Das Geld ist unter anderem für Werbematerialien und Aktionen bestimmt“, erläutert Michael Wilczynski vom BVDM. Denkbar, dass an der Nordhelle nach dem Vorbild aus der „Eifel“ ein „Tag der Stille“ stattfinden wird.

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