Glückwunsch der Stadt zum Otto-Fuchs-Geburtstag

Bürgermeister Erhard Pierlings mit den Fuchs-Gesellschaftern Christiane Fuchs und Otto Rudolf Fuchs.

MEINERZHAGEN ▪ Beim Gala-Abend aus Anlass des 100-jährigen Firmenjubiläums der Otto Fuchs KG in Meinerzhagen am Freitag Abend hielt Bürgermeister Erhard Pierlings für die Stadt Meinerzhagen die folgende Rede:

„Otto Fuchs und alle, die für das Unternehmen arbeiten und Verantwortung tragen, unsere gesamte Bürgerschaft und natürlich Sie alle, verehrte Gäste, feiern mit großem Interesse, je nach Nähe aber mit noch viel größerer Freude und mit größtem Dank dieses heute 100-jährige Jubiläum.

Ich sage vorab herzlich Dank sagen dafür, heute zu Ihnen sprechen zu dürfen. Vor allem aber möchte ich ebenso vorab meine Freude darüber ausdrücken, dass das Unternehmen seinerseits in der zum Jubiläum erschienenen Sonderveröffentlichung unserer Meinerzhagener Zeitung auch der Stadt Meinerzhagen für die – so ist es formuliert – immer gute und kooperative Zusammenarbeit Dank ausgesprochen hat.

Dies aufgreifend und zum Einstieg nutzend möchte ich das in der Tat außerordentlich gute, aufgeschlossene und zu beiderseitigem Erfolg führende besondere Verhältnis zwischen Otto Fuchs, dem Unternehmen, den Gesellschaftern, seiner Mitarbeiterschaft einerseits und der Kommune, der Stadt Meinerzhagen und ihrer Bürgerschaft andererseits zwar vertiefend betrachten, dennoch versprechend, im vorgesehenen Zeitrahmen zu bleiben. Zuvor, wohl aber hinführend zu diesem Schwerpunkt zwei historische „Einblendungen“:

Die erste betrifft das Gründungsjahr des Unternehmens, 1910.

Seinerzeit hatte der damalige Amtmann des Amtes Meinerzhagen die Pflicht, quartalsweise einen so bezeichneten „Zeitungs-Bericht“ an den Landrat zu Altena abzugeben. Dieser Verpflichtung Folge leistend berichtete der Amtmann Graf Haslingen zum 20. Juni 1910 auch darüber, dass die zuvor in Konkurs geratene Metallwerke-Aktiengesellschaft am 15. April 1910 ihren Betrieb wieder aufgenommen habe und ca. 40 Arbeiter beschäftige. Soweit der Startschuss für die Metallwerke Otto Fuchs.

Ebenfalls in das Jahr 1910 fiel – wiederum vom Amtmann an den Landrat berichtet – die Fertigstellung des neuen Schulgebäudes in Meinerzhagen, das am 25. Juli seinem Zweck übergeben worden war. Bei dieser Schule handelt es sich um die heute so genannte Nordschule, ein seinerzeit großes und repräsentatives kommunales Bauprojekt. Bereits zum damaligen Zeitpunkt war dieser Volksschule die so genannte „Selekta“ als Teil des mittleren Schulwesens angegliedert – mit Zeichensaal im 2. Obergeschoss, später auch für die berufliche Fortbildung genutzt. Dies war der Vorläufer der späteren Realschule und, wenn ich es so formulieren darf, der Auftakt der Entwicklung unserer Stadt zur Schulstadt, bis heute eine gewachsene und bleibende Verknüpfung zwischen Unternehmen und Stadt.

Die zweite historische Einblendung gilt dem Jahr 1925.

Es war das Gründungsjahr unserer Meinerzhagener Baugesellschaft. Mit Abstand größte Gesellschafter dieses Wohnungsbauunternehmens waren und sind die Stadt Meinerzhagen und Otto Fuchs. Ohne die Geschichte dieses Unternehmens näher zu betrachten nur so viel: Diese Gesellschaft war und ist geradezu ein Musterbeispiel erfolgreicher Öffentlicher Privater Partnerschaft (oder auch PPP). Unternehmen und Stadt nutzen diese Gesellschaft (möglicherweise Beispiel gebend) für eine erfolgreiche Stadtentwicklung, sowohl gewerblich-industriell wie kommunal-infrastrukturell.

Soweit nur zwei historische Daten für das jetzt anzusprechende außergewöhnlich gute Verhältnis zwischen Unternehmen, Gesellschaftern, Mitarbeiterschaft und Stadt.

Gesellschaftswissenschaftler und auch Philosophen sprechen bei der Betrachtung solcher Beziehungen gerne von Systemen und von Beziehungen zwischen dann so bezeichneten Teilsystemen – für uns heute etwa die Beziehungen zwischen OTTO FUCHS im industriell-ökonomischen System und der Stadt Meinerzhagen im lokalen, gesellschaftlichen System. Beide, Unternehmen und Stadt, stehen in enger Beziehung zueinander und können – soweit gewollt und in Meinerzhagen eben auch so gelebt – zum gegenseitigen Nutzen entwickelt werden.

Ich durfte schon bei anderer Gelegenheit darauf hinweisen, dass jede Stadt, natürlich auch Meinerzhagen, eine starke Wirtschaft benötigt, dass aber im günstigen Fall eben auch eine starke Wirtschaft, das starke Unternehmen, von einer starken Stadt profitieren. Diese recht banale Erkenntnis ist möglicherweise nicht überall Fundament unternehmerischer oder auch kommunalpolitischer Weichenstellungen, gleichwohl aber so einfach wie richtig. Dazu nur zwei ganz knappe Hinweise:

Unternehmen und Stadt haben vor einer Reihe von Jahren eine recht erhebliche straßenverkehrstechnische Entwicklung auf den Weg gebracht und umgesetzt, auch – sehr geehrte Frau Ministerin Thoben – mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen. Schade ist aus heutiger Sicht nur, dass dieses gemeinsame Projekt damals seiner Zeit voraus war und später eher zur Entlastung des Landes als zur Entlastung der Kommune geführt hat.

Ein zweites Schlaglicht ebenso kurz: Ohne gebotenermaßen und richtigerweise auf aktuelle Steuerdiskussionen einzugehen, möchte ich diese heutige Gelegenheit dazu nutzen, Herrn Otto Rudolf Fuchs für seine offenen Worte und seine mir gegenüber gelegentlich ausgesprochene Einschätzung zu danken. Sie, lieber Herr Otto Rudolf Fuchs, haben hier und da deutlich gemacht, dass Sie als Unternehmer und als Gesellschafter zu steuerlichen Belastungen erfolgreicher Unternehmen durchaus Ihre Meinung haben, dabei allerdings auch Sympathien dafür signalisieren, dass solche Steuern möglichst vor Ort Nutzen bringen sollen. Nur soviel dazu, nochmals lieber Herr Fuchs, mit Dank. Sie, meine Damen und Herren, werden nachvollziehen können, dass sich jeder Bürgermeister über eine solche Einschätzung freuen darf.

Zurück zu den Beziehungen zwischen den Systemen. Eine solche für beide Seiten positive Partnerschaft wird hier bei uns in Meinerzhagen zwischen OTTO FUCHS und der Stadt gepflegt und – ich habe das schon so formulieren dürfen – auch gelebt.

Man darf mit Fug und Recht von fast schon familiären Banden zwischen dem Unternehmen und unserer Bürgerschaft sprechen. OTTO FUCHS begleitet den ganz überwiegenden Teil unserer Familien von der Schule bis ins hohe Alter von in Meinerzhagen durch die Bank gut ausgebildeten Schulabgängern, die Dank OTTO FUCHS gute Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven haben, bis zu unseren Senioren, sei es in eigenen Haushalten oder in unserem Wilhelm-Langemann-Haus, die ihre jeweils höchstpersönlichen Bindungen an das Unternehmen nicht missen wollen.

Damit bin ich vom Abstrakten wieder recht nahe bei Konkreten. Wir feiern in diesen Tagen 100 Jahre OTTO FUCHS KG. Das sind 100 Jahre Industrie- und Gewerbegeschichte, gemeinsam gelebt und gemeinsam gestaltet. Das sind weit mehr als 100 gute Gründe, dem Jubilar herzlich, mit großer Freude und vor allem mit größtem und herzlichstem Dank zu gratulieren.

Die alles darf ich für unsere Bürgerschaft, für Rat und Verwaltung unserer Stadt und auch sehr persönlich und aufrichtig sagen; verbunden mit all unserer Hoffnung, diese guten Jahre über die Jubiläumsfeierlichkeiten hinaus fortsetzen zu können.

OTTO FUCHS schmiedet die Zukunft. Sie möge für OTTO FUCHS, für uns alle, erfolgreich und glücklich sein.

Natürlich stand auch für die Stadt die Frage an, wie die herzliche Gratulation gegenständlich ausgedrückt werden solle. Eine nicht ganz einfache Frage, zumal sich Materielles aus mannigfacher Sicht nicht gerade anbietet. Gleichwohl aber hoffe ich, hier eine vielleicht etwas überraschende Lösung präsentieren zu können.

Ich darf Sie, sehr geehrte Frau Christiane Fuchs, und Sie, lieber Herr Otto Rudolf Fuchs, zu mir bitten: Sie beide und viele unter uns kennen unsere sehr angesehene, nach wie vor für Städte unserer Größenordnung außergewöhnlich repräsentative und gut genutzte Meinerzhagener Stadthalle. Diese Halle wiederum ist seit ihrem Bau vor mehr als 30 Jahren auf engste mit dem Unternehmen OTTO FUCHS und mit dem Namen Fuchs verbunden. So wissen einige wenige, lieber Herr Fuchs, auch ich, dass Ihr Vater Hans Joachim Fuchs seinerzeit großen Wert darauf gelegt hatte, dass dessen Engagement eben nicht einen Niederschlag in namentlicher Benennung finden solle. Dies war und bleibt zu akzeptieren. Es spricht für die große Sympathie vermittelnde Bescheidenheit Ihrer Familie, vieles zu leisten, gleichwohl aber nicht im Rampenlicht zu stehen.

Wir alle schätzen diese Einstellung und respektieren sie natürlich. Dennoch bot sich ein vermittelnder Weg an, den ich jetzt hoffentlich mit Ihrer Zustimmung beschreiten möchte. Die Stadthalle verfügt über ihr Foyer, das als solches seit Jahren und Jahrzehnten namentlich so bezeichnet auch ein fester Begriff ist. Anders verhält es sich mit dem großen Saal der Stadthalle, der keinen Namen trägt. Er, der große Bühnensaal, das Herzstück unserer Stadthalle, sollte beginnend mit diesen Jubiläumstagen zukünftig den Namen OTTO-FUCHS-SAAL tragen. Ich habe mir erlaubt, für diese Bezeichnung den Prototyp eines Schildes anfertigen zu lassen, das ich Ihnen beiden hiermit symbolisch für diese Benennung überreichen darf. Wir, die wir das im kleinsten Kreis überlegt hatten, sind davon überzeugt, dass durch diese Namensgebung weit über dieses Jubiläumsjahr hinaus genau das öffentlich zum Ausdruck gebracht wird, was heute zu sagen war und zukünftig zu sagen bleiben wird: Herzlichen Dank für das gute Miteinander zwischen Unternehmen und Stadt!

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