Kapelle St. Maria Magdalena: Inventur im Kirchturm bringt Fakten

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Inventur im Kirchturm der Kapelle St. Maria Magdalena.

Valbert - Die Inventur der Glocke der Kapelle St. Maria Magdalena in Grotewiese für das Deutsche Glockenmuseum in Gescher ist erfolgt. Diplom-Theologe Jan Hendrik Stens stieg mit Lukas Alschner in den Glockenturm, um alle Fakten von Nahem zu erkunden.

Vier neue Glocken erhielt die Meinerzhagener Jesus-Christus-Kirche im Dezember vergangenen Jahres. Gut gefüllt war damals das Gotteshaus bei der feierlichen Einweihung mit einem Festgottesdienst. Ob es einen solchen auch in der kleinen Kapelle in Grotewiese vor rund 150 Jahren zur Einweihung der dortigen Glocke gab, ist im Detail nicht überliefert. Andere umfassende Fakten des Geläutes sind es seit Ende vergangenen Monats für die nachkommenden Generationen schon. Denn am 22. Juni kam Jens Hendrik Stens ins Ihnetal, um diese zu erfassen. Er, der hauptberuflich beim Kölner Domradio beschäftigt ist, arbeitet ehrenamtlich für das Deutsche Glockenmuseum in Gescher. Als stellvertretender Vorsitzender des Vereins ist er auch bundesweit mit der Erfassung der unterschiedlichen Glocken in Gotteshäusern unterwegs. 

Glocken geben Struktur im Alltag

Ein seltener Anblick: Die Glocke der Kapelle St. Maria Magdalena in Grotewiese wurde unter die Lupe genommen.

Seit Jahrhunderten strukturiert der Klang der Kirchenglocken nicht nur den Alltag, sondern das ganze Leben der Menschen. Von der Taufe über Konfirmation und Hochzeit bis zum Begräbnis, begleiten sie die Allgemeinheit und besonders die Christen, auf den wichtigsten Stationen ihres Lebens. Um zu erfahren, womit diese akustischen Signale in Grotewiese erzeugt werden, musste zunächst der Glockenturm bestiegen werden. Mit dabei als ortskundiger Begleiter war Lukas Alschner. Er und seine Familie sind durch vielfältige ehrenamtliche Arbeiten für die kleine Kapelle an der Landstraße 539 nach Attendorn mit dieser verbunden. 

Das Fazit der umfassenden Begutachtung ist nicht nur für aktive Unterstützer und Freunde der Kapelle erfreulich. „Bei der Glocke der Kapelle St. Maria Magdalena in Grotewiese handelt es sich um ein wertvolles Exemplar aus der Zeit der Mitte des 19. Jahrhunderts, das zudem noch zur Erstausstattung des Gotteshauses gehört. Die wenigen erhaltenen Instrumente dieser Zeit zeugen von einer gusstechnisch wie auch klanglich beachtlichen Qualität. Das betrifft auch die kleine Kapellenglocke in Grotewiese, die ein für eine historische Glocke erstaunliches Singtemperament aufweist“, fasst Jan Hendrik Steens die Ergebnisse zusammen. Zwar kann man die Glocke nicht sehen, nur hören. Für den interessierten Betrachter gibt es aber während der täglichen Öffnungszeiten von 10 bis 18 Uhr vieles anderes zu entdecken.

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