Gemeinde verständigt sich auf Sitz-Kompromiss

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Auf diesen Vorschlag von Christoph Kistner einigten sich die Versammelten schließlich. In den nächsten Tagen sollen die Sitzbänke aufgestellt werden.

Meinerzhagen - Sollen die Bänke in St. Marien so stehenbleiben, wie sie zur Probe aufgestellt wurden - oder will die Gemeinde lieber zur alten Sitzordnung zurückkehren? Welche Alternativen gibt es? Diese Fragen wurden am Samstag nach dem Abendgottesdienst in einer Gemeindeversammlung kontrovers diskutiert.

Von Luitgard Müller 

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Ein hohes Maß an Sensibilität und Achtsamkeit für die Rahmenbedingungen der Liturgie werde bischöflicherseits empfohlen und auch die Gestaltung der Räume trage wesentlich dazu bei, dass Menschen geistliche Erfahrungen machen könnten, erläuterte Dr. phil. Herbert Fendrich, Bischöflicher Beauftragter für Kirche und Kunst, der zu Gast war, um die neuen Impulse aus dem Dialogprozess im Bistum Essen zu erläutern. Anhand von Fotografien nannte er Beispiele, wie diese bei der Gestaltung von Gotteshäusern umgesetzt wurden. Dabei sitzen sich die Gläubigen gegenüber, Ambo und Altar befinden sich, entsprechend der Prämisse „Ein Tisch des Wortes und ein Tisch des Brotes“ gleichberechtigt in der Mitte, häufig gegenüber.

Eine Ordnung, die sich in St. Marien allerdings nur schlecht verwirklichen ließe, wie es hieß - und die bei der Gemeinde kaum Zustimmung fand. Außerdem wollten viele in ihre Andacht allein sein und nicht durch den Blickkontakt mit anderen abgelenkt werden. Ganz besonders gelte dies für Sterbegottesdienste. Um Ambo oder Altar im Blick zu haben, müssten die Gottesdienstbesucher zudem stets den Kopf wenden. Ein Vorschlag von Pfarrgemeinderatsmitglied Christoph Kistner fand schließlich allgemeine Zustimmung: Danach sollen die Bänke in drei Blöcken mit Blick auf den Altar und den Ambo, der seitlich positioniert ist, ausgerichtet werden. Durch kürzere Reihen in den beiden äußeren Blöcken ergeben sich Nischen, die von Rollstuhlfahrern genutzt oder wo Rollatoren abgestellt werden könnten. Der Priestersitz befindet sich in der ersten Reihe des mittleren Blocks.

Dr. Herbert Fendrich riet der Gemeinde, sich von einigen Bänken zu trennen, um Platz zu gewinnen und den Communio-Raum luftiger zu gestalten. Mit Blick auf den Ambo, der zurzeit nur ein Provisorium ist, kaum mehr als ein Lesepult, empfahl er, noch einmal Geld in die Hand zu nehmen und ihn im gleichen Stein wie den Altar gestalten zu lassen. Er zeigte sich erfreut, dass die Gemeinde sich für Veränderungen entschieden habe. „Wenn Sie ernsthaft eine neue Art der Feier gestalten wollen, werde ich mit Ihnen für eine finanzielle Unterstützung durch das Bistum kämpfen.“

Die neue Sitzungordnung soll nun möglichst schnell verwirklicht werden. Weitere Details der Gestaltung, etwa die genaue Position des Ambo, sollen sich aus der Praxis ergeben.

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