„Leader“ bietet große Chancen

Jörg Schönenberg, Jan Nesselrath, Susanne Neumann, Frank Emde und Dr. Bernd Eicker (von links) nahmen am „Gipfeltreffen“ im Meinerzhagener Rathaus teil. - Foto: Beil

Meinerzhagen - „Das ist die Fortsetzung einer guten Tradition, die schon mit der Regionale begonnen hat.“ So begrüßte Bürgermeister Jan Nesselrath am Montag die Kollegen Frank Emde (Kierspe), Dr. Bernd Eicker (Halver) und Jörg Schönenberg (Schalksmühle) im Rathaus. Der Grund: Leader.

Von Jürgen Beil

Die EU hat ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das diese Bezeichnung trägt – wir berichteten bereits mehrfach. Mit den zur Verfügung stehenen Mitteln sollen ländliche Regionen unterstützt werden. Für das obere Volmetal scheint „Leader“ maßgeschneidert zu sein. Funktionierende Verbindungen zwischen den vier Volmekommunen sollen dabei genutzt werden.

„Wir tun uns auch deshalb zusammen, um uns gegen größere Regionen durchzusetzen“, erläuterte Schönenberg. Und Dr. Eicker fügte angesichts der guten Zusammenarbeit der vergangenen Jahre hinzu: „Die Regionale sollte schließlich kein Strohfeuer sein.“

Im Juni wird nun entschieden, welche Regionen den Zuschlag bekommen und von „Leader“ finanziell profitieren. „Nach meiner Kenntnis haben sich 44 Regionen beworben, von denen 22 anerkannt werden. Unsere Chancen sind also mit 50 zu 50 einzuschätzen“, erläuterte Susanne Neumann. Ihre Teilnahme am Bürgermeister-Treffen hatte einen guten Grund: Das Büro „neuland, Tourismus-, Standort- und Regionalentwicklung“, für das sie arbeitet, hat die „Regionale Entwicklungsstrategie Oben an der Volme“ entworfen, mit der die vier Kommunen bei „Leader“ ihr Glück versuchen.

Die Ideen für die Planungen, die im Falle eines Zuschlags umgesetzt werden sollen, basieren allerdings auch auf Anregungen, die im Rahmen von Workshops aus der Bevölkerung eingegangen sind. Dafür sprachen die Bürgermeister ein Lob aus: „Wir müssen den Menschen, die so intensiv mitgearbeitet haben, Dank sagen.“

Und was genau soll durch „Leader“ oben an der Volme realisiert werden? Dazu wurden vier Handlungsfelder formuliert: „Lebenswerte Dörfer“; „Neue Wertschöpfung durch Naherholung und Tourismus“; „Innovativer, nachhaltiger Wirtschaftsstandort“ und „Starke Kinder – Starke Region“. Hinter diesen Arbeitstiteln verbirgt sich eine Vielzahl von Einzelpunkten. Dazu gehören unter anderem:

- multikulturelle Wochen,

- der Ausbau und die Entwicklung eines verbindenden Radweges,

- Rundwege zu verschiedenen Themen,

- die Aufwertung der Lister-Badestelle Windebruch,

- QR-Codes an herausragenden Gebäuden,

- offene Wanderwege an der Kerspe,

- Integration und Inklusion in Sportvereinen,

- ein Netzwerk Gesundheitsfürsorge,

- Carsharing mit Elektromobilen und

- eine offene, mobile Jugendarbeit.

Wobei dies nur eine kleine Auswahl der aufgeführten Projekte ist. Die kompletten Bewerbungsunterlagen gibt es auf der Internetseite www.oben-an-der-volme.de und in gedruckter Form in den Rathäusern.

„Leader“ soll in Zukunft auch dabei helfen, den Bevölkerungsschwund in ländlichen Gebieten zu stoppen. „Die einzelnen Projekte sind deshalb auch eine Antwort auf den demografischen Wandel und seine Herausforderungen“, erläuterte Bürgermeister Frank Emde abschließend.

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