Andreas Linn hat seinen Bagger voll im Griff

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Per Computer und mit Sattelitenverbindung werden die Planungsdaten in der Fahrerkabine bereitgestellt.

MEINERZHAGEN - Da wäre Goliat bestimmt neidisch geworden. Denn wozu der kräftige Mann aus der grauen Vorzeit noch seine Muskeln nutzen musste, dass erledigt Andreas Linn mit nur einem Finger. Mit dem bewegt er die Knöpfe und Tasten auf seinem 25 Tonnen schweren Raupenbagger. Derzeit ist er mit diesem im Gewerbegebiet Grünewald im Einsatz. Und zwar auf der Baustelle für die Neuansiedlung der Firma Heinz Nadolski GmbH.

Für den Bau einer Fabrikationshalle und eines Bürotraktes richtet Andreas Linn dort gerade den Untergrund her.

Seit 1981 sitzt der 54-Jährige auf einem Bagger, vorher war er als gelernter Maschinenschlosser tätig. „Mein Wunsch war immer die Arbeit an der frischen Luft“, erzählt er beim Besteigen der Fahrerkabine seines Komatsu PC 210. Ein Dieselmotor mit gut 160 Pferdestärken treibt das schwere Gerät an. Und die eingebaute Hochdruckpumpe sorgt mit ihren maximal rund 400 Bar dafür, dass die notwendige Kraft für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten vorhanden ist.

Für seinen Arbeitgeber, die Firma Mees GmbH aus Lennestadt ,ist der Maschinenführer in der Region mal im normalen Straßen- und Kanalbau, bei der Herrichtung von Graben- und Dammanlagen, aber auch – wie in Grünewald – bei den Erschließungs- und Grundstücksarbeiten für die Errichtung eines Fabrikgebäudes beschäftigt.

Insgesamt penibel sauber und beim Termin auf der Baustelle bis auf die Baggerschaufel sogar auch von außen, ist die Maschine. „Ich achte da besonders drauf. Heutzutage gibt es zudem in der Kabine ja nicht nur wie früher stabile Pedale und Schalthebel. Die wurden zum größten Teil schon längst von feinfühligen Joysticks und elektronischen Geräten abgelöst“, erklärt Andreas Linn. Dabei ist er mit seiner Begeisterung über „seinen Bagger“ nah dran an der, die sonst kleine und große Jungs beim Spiel mit ihrer Modelleisenbahn entwickeln.

Da dieses Hobby für Andreas Linn quasi überflüssig ist, beschäftigt er sich in seiner Freizeit mit dem Karatesport. Und wenn es die Zeit dann noch zulässt, dreht er auch schon mal eine Runde auf dem Motorrad.

Bevor er beim aktuellen Einsatz den Motor startet, um gemeinsam mit Dr. Burkhard Reißner von der Firma Reißner Geotechnik und Umwelt aus Olpe auf der Baustelle die Standfestigkeit des Bodens zu prüfen, werden erstmal zwei Antennen für den Satellitenempfang auf dem Bagger montiert und der Computer angeschlossen.

„Die Sachen baue ich jeden Abend wieder ab und nehme sie mit“, erläutert Andreas Linn. Denn der Preis für die drei Gegenstände liegt bei rund 30 000 Euro und der bringt damit den „Endpreis“ des Komatsu PC 210 auf locker rund 350 000 Euro.

Eingebaut im Führerstand, liefert die Anlage anhand der vorab eingegebenen digitalisierten Plangrundlagen einen dreidimensionalen und zentimetergenauen Überblick auf der Baustelle. Zur Unterstützung bei den Lastplattendruckversuchen, hatte die schwere Baumaschine aber jetzt eine eher profane Aufgabe zu erfüllen: Sie diente als Widerlager für die Messeinrichtung. So, mit genügendem Gegengewicht auf der Druckplatte ausgestattet, konnte der Geologe an insgesamt vier Prüfstellen ein beruhigendes Ergebnis für den Fortgang der Bauarbeiten feststellen. „Der Baugrund ist sehr gut tragfähig und erfüllt die notwendigen Kriterien“, so Dr. Burkhard Reißner.

Auch für Andreas Linn eine gute Nachricht. Denn nicht zuletzt haben er und sein Bagger ja für diesen Umstand gesorgt.

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