Gewerbegebiet: „Beide Städte werden profitieren“

+
Der erste Spatenstich im interkommunalen Gewerbegebiet zwischen Autobahn und B 54 ist vollzogen.

MEINERZHAGEN ▪ Am Montag dieser Woche wurde der symbolische erste Spatenstich vollzogen. In unmittelbarer Nähe zur Autobahnauffahrt Meinerzhagen der A 45 und in geringer Entfernung zur A 4 liegt das Interkommunale Gewerbegebiet Grünewald – ein gemeinsames Projekt der Städte Meinerzhagen und Kierspe.

MZ-Lokalchef Horst vom Hofe führte zum Thema „Grünewald“ ein Interview mit dem Meinerzhagener Baudezernenten Gerd Schriever, der als einer von zwei Geschäftsführern für die Entwicklungsgesellschaft (EG Grünewald) verantwortlich zeichnet.

Das interkommunale Gewerbegebiet Grünewald ist ein gemeinsames Projekt der beiden Volmestädte Kierspe und Meinerzhagen. Wie verteilen sich die Kosten, wie der erhoffte Nutzen?

Gerd Schriever: Bezogen auf die beiden Kommunen werden Kosten hälftig geteilt. Die zu erwartenden Einnahmen, im Wesentlichen aus der Gewerbesteuer, werden ebenfalls hälftig geteilt. Das interkommunale Gewerbegebiet schafft zusätzliche Arbeitsplätze in der Region Meinerzhagen und Kierspe. Beide Städte werden hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung und Kaufkraftstärkung von dem neuen Gewerbegebiet profitieren.

Zudem ist es unabdingbar, dass eine Stadt Flächen für Gewerbe- und Industrieansiedlungen vorhält, weil sonst keine Möglichkeit der Neuansiedlung von Gewerbebetrieben besteht und damit auch keine neuen Arbeitsplätze entstehen können. Durch Fluktuation in der bestehenden gewerblichen Substanz sind als Ausgleich neue Arbeitsplätze dringend erforderlich.

Wie hoch sind die bislang angefallenen Investitionen und was ist hier noch finanziell zu leisten?

Die reinen Baukosten für den ersten Bauabschnitt betragen ca. 1,6 Mio. Euro. Hinzu kommen die Kosten der Planung einschließlich gutachterlicher Untersuchungen und des Grunderwerbs. Der erste Bauabschnitt umfasst die Herstellung der Erschließungsstraße abgehend von der Bundesstraße 54 (heute L 173) in einer Länge von ca. 200 Metern, damit eine Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben bei entsprechender Nachfrage sofort möglich ist. Parallel werden die Ver- und Entsorgungsleitungen vom Gewerbegebiet bis in das ca. 1,3 Kilometer entfernte vorhandene Industriegebiet Schwenke verlegt. Hierzu wird die Autobahn (A 45) gekreuzt. Weiterhin werden die erforderlichen Bauwerke, wie Regenrückhalte- und Regenklärbecken, und Leitungen zur Ableitung des Oberflächenwassers verlegt.

Nach Besiedelung des ersten Teilabschnittes dieses Gebietes bleibt noch ein zweiter Abschnitt zu erschließen. Hierbei handelt es sich um eine zusätzliche Baufläche von ca. 12 ha. Der finanzielle Aufwand beträgt für die weiteren Erschließungsmaßnahmen ca. 2,4 Mio. Euro.

Befinden sich bereits alle Flächen im Eigentum der EG Grünewald?

Aufgrund der Finanzierungslasten durch den Grunderwerb wurde zunächst nur ein Teil der Flächen erworben, um erste Ansiedlungen zu ermöglichen. Bei Bedarf werden weitere Flächen erworben.

Welche Unternehmen könnten sich in dem Gebiet ansiedeln?

Der Bebauungsplan weist Gewerbe- und Industrieflächen aus, so dass alle üblichen Nachfragen abgedeckt werden können.

Gibt es Einschränkungen hinsichtlich von Firmen, von deren Betrieb bestimmte Immissionen wie Lärm, Staub, Geruch etc. ausgehen könnten?

Der Bebauungsplan legt nicht zu überschreitende Emissionswerte hierzu fest. Unabhängig davon muss darauf geachtet werden, dass Betriebe, die erheblichen Lärm, Staub oder Geruch erzeugen, zu den anderen Betrieben in der Nachbarschaft passen und sich nicht störend auf diese Betriebe auswirken. Im Einzelfall ist hier eine entsprechende Prüfung und Abwägung vorzunehmen.

Das komplette Interview lesen sie in der gedruckten Ausgabe der MZ.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare