Gewässerschutz hat herausragende Bedeutung

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Minister Remmel, Bürgermeister Pierlings und Stadtwerke-Geschäftsführer Groll im „Wasser-Dialog“. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Wasser, die Grundlage allen Lebens, bekommt in Südwestfalen neue Eigenschaften zugewiesen: Als ebenso verbindendes wie tragfähiges Element soll es für die Menschen in der Region die Lebensqualität erhöhen und der Wirtschaft vielfältige Perspektiven eröffnen.

Flussauf, flussab, entlang der vormaligen „Malocherbäche“ Volme, Lenne, Bigge, Lippe, Möhne, Ruhr und Sieg, werden daher im Zeichen der „Regionale 2013“ zukunftsweisende Projekte entwickelt.

Unter dem Motto „Nur gemeinsam sind wir stark“ soll das Zusammenwirken der Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Vereinen Erfolge zeitigen und die Region voranbringen. Dabei obliegt die Steuerung des gesamten Prozesses der Südwestfalen- Agentur. Gemeinsam mit dem Ruhrverband und den hiesigen Stadtwerken hatte sie just zum ersten Wasser-Dialog an die Fürwiggetalsperre, Meinerzhagens Trinkwasserreservoir, eingeladen. Bürgermeister Erhard Pierlings konnte dazu Johannes Remmel, NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, rund 60 Vertreter der Gebietskörperschaften und der dem Thema verbundenen Institutionen sowie Landräte und sieben Bürgermeister begrüßen.

Auf mehr als zwei Milliarden Euro bezifferte Minister Remmel das derzeit „größte Investitionsprogramm des Landes“, das die gemeinsamen Strukturen Südwestfalens gezielt fördern und das Profil der Region schärfen soll. Dabei komme den großen und wertvollen Wasserressourcen, auch unter dem Leitbild der Nachhaltigkeit, besondere Bedeutung zu. Die Gewässer im allgemeinen und die Fließgewässer als Lebensadern im besonderen in einen guten ökologischen Zustand zu bringen, dazu zog Remmel zwei Leitplanken ein: Die Regionale mit Projekten wie „Oben an der Volme“, „Lenneschiene“, „Ein Kreis packt aus“ oder „Naturerlebnisgebiet Bigge-/Lister-See“ und die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Projekte, die auf der Qualifizierungsleiter schon „Sterne“ erreicht haben, könnten als „Wegweiser und Anker“ dienen. Denn erst, wenn ein realisierbares Konzept entwickelt wurde und von den bewertenden Gremien drei Sterne erhält, ist der Zugang zu den Fördertöpfen frei und die Umsetzung kann beginnen.

„Meinerzhagen ist Südwestfalens Wasserhauptstadt“, befand Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Sie zeigte sich zuversichtlich, die Bürger für die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele zu gewinnen; im direkten Gespräch suchten sie und ihre Mitarbeiter den Konsens vor allem mit den Grundeigentümern.

Es gelte, „eine Melodie“ zu entwickeln, um die gemeinsamen Bestrebungen und Ergebnisse „für die Menschen sichtbar zu machen“, richtete Remmel das Augenmerk auf weitere Aktivitäten, „die noch nicht in den Qualifizierungsprozess eingetreten sind“. Dabei handele es sich um die Strategie „WasserKompetenzRegion“ sowie eine Projektidee, „welche die Kompetenz der Industriebetriebe im Hinblick auf den Gewässerschutz stärken soll. Konkret sollten, ausgehend von bereits qualifizierten Projekten, für vier Korridore (Lenne, Bigge, Volme, Henne, evtl. weitere) 'Integrierte Handlungsprogramme' lokal erarbeitet werden.“ Großräumig vernetzt, ergäben sich so Entwicklungspotenziale. Forschungsarbeit und neue Technologien ermöglichten deren Export weltweit, wo es häufig an sauberem Wasser mangele. Ziel könnte sein, weil derzeit noch nicht machbar, etwa Medikamentenrückstände oder Chemikalien aus Abwässern zu filtern. „Die Unternehmen tragen für den Gewässerschutz eine Mitverantwortung.“ Das könne eine Herausforderung sein, zumal es für das einzelne Unternehmen nicht leicht sei, „die volle Übersicht über die Wassergängigkeit und -relevanz der vielen eingesetzten Stoffe zu behalten“.

Bezüglich der Ablaufwerte der Kläranlagen in Trägerschaft des Ruhrverbandes sprach Erhard Pierlings von erreichten Werten, die unter den behördlich geforderten lägen. „Die Mitglieder - Kommunen wie Industrie - erkennen dies an, tragen es mit, erwarten aber eine kostengünstige Aufgabenerfüllung“, sah Pierlings wohl die nächste Kostenwelle auf die Verbraucher zurollen. Solche Befürchtungen teilte Dr. Christopher Grünewald von der gleichnamigen Papierfabrik aus Unternehmersicht. Das sei, wie der Minister wisse, ein Balanceakt. Der nahm zur Kenntnis, „dass es nun Überlegungen seitens der Wirtschaft und des Ruhrverbandes gibt, mit nachhaltigen, intelligenten Konzepten einen hohen Effekt beim Schutz der Gewässer zu erzielen.“ Die Johannes-Remmel-Melodie im Schlussakkord: „Made in Südwestfalen“ als Synonym für gewässerschonend produzierte Güter. „Das wäre doch was!“ ▪ as

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