Gesundheitszentrum auf dem Groll-Grundstück

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Mit dem Abriss der ehemaligen Groll-Gebäude beginnt im Januar die Errichtung eines neuen Gebäudes. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die Meinerzhagener Baugesellschaft (MBG) als Investor und heimische Ärzte als Partner sind an einem Projekt beteiligt, das deutlich zur Verbesserung der medizinischen Infrastruktur vor Ort beitragen dürfte.

Auf dem Grundstück Ecke Volmestraße/Kapellenweg – ehemals Druckerei Groll – entsteht bis Januar 2013 das „Gesundheitszentrum Meinerzhagen“. Bei einem Pressegespräch wurden dazu jetzt erstmals Details vorgestellt. Das Investitionsvolumen der Maßnahme liegt bei rund 2,9 Millionen Euro.

Oliver Drenkard, Geschäftsführer der MBG, Bürgermeister Erhard Pierlings, zugleich auch Aufsichtsratsvorsitzender der MBG, und der Valberter Allgemeinmediziner Claus Bertram für die überörtliche Gemeinschaftspraxis mit weiteren vier beteiligten Ärzten berichteten über das gemeinsame Vorhaben.

In Gesprächen über die geplante Ansiedlung eines „Ärztehauses“ in Meinerzhagen stehe man bereits seit November 2010, erläuterte Oliver Drenkard. Alle bisher erfolgten Standortuntersuchungen hätten jedoch nicht zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. „Mit der Aufhebung des Ausschreibungsverfahrens für die neue Polizeiwache in Meinerzhagen haben sich für uns nun neue Optionen für die geplante Neunutzung des von uns gekauften Areals der ehemaligen Druckerei Groll ergeben“, so der MBG-Geschäftsführer und konkretisiert dies wie folgt: „Die Verhandlungen mit der Ärzteschaft sind jetzt in großen Schritten vorangekommen. Es wurde eine vorvertragliche Vereinbarung mit vier Ärzten abgeschlossen. Danach errichtet die Meinerzhagener Baugesellschaft auf dem Grundstück Ecke Kapellenweg/Volmestraße ein Gebäude zum Betrieb eines Ärztehauses mit Apotheke.“

Das mittlerweile durch einstimmigen Aufsichtsratsbeschluss abgesegnete Projekt sieht die Errichtung eines bis zu dreigeschossigen Gebäudes mit Kellergeschoss und Tiefgarage vor. Die Ärzteschaft mietet aus dem zu errichtenden Gebäude eine Nutzfläche im Erd-, ersten und zweiten Obergeschoss sowie dazugehörige Pkw-Stellplätze. Geplant ist weiter, im Erdgeschoss eine Apotheke und eine Physiotherapeutische Praxis unterzubringen. Im ersten Obergeschoss wird eine Gemeinschaftspraxis der vier Mietvertragspartner eingerichtet. Im zweiten Obergeschoss sollen weitere ärztliche Versorgungseinrichtungen angesiedelt werden. So besteht nach Aussage der Beteiligten berechtigte Hoffnung darauf, hier eine Hals-, Nasen-, Ohren-Praxis (HNO) mit Ambulanzchirurgie und möglicherweise auch eine Augenarzt-Praxis etablieren zu können. Hierzu laufen zurzeit Gespräche mit interessierten Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, wurde berichtet.

Die beteiligte Ärzteschaft, so Drenkard weiter, gehe davon aus, dass mit Realisierung des Projektes sich in der Folge noch weitere Fachärzte im Gesundheitszentrum niederlassen und dann der Raumbedarf weiter ansteigen könnte. „Aus diesem Grund planen wir derzeit zweigleisig in der Weise, dass als Option noch die Ausführung eines zusätzlichen dritten Obergeschosses gegeben ist.“

Aktuell beteiligt sind seitens der Ärzteschaft die Mitglieder der im Dezember 2009 gegründeten ersten überörtlichen Gemeinschaftspraxis im heimischen Raum, nämlich Daniel Babczynski (Meinerzhagen), Claudius Bertram (Valbert), Dirk Pflitsch (Attendorn) und Peter Nolte (zurzeit noch Kierspe) sowie der angestellten Ärztin Barbara Frieling.

Um möglichen Besorgnissen aus der Patientenschaft der beteiligten Allgemeinmediziner entgegenzutreten, stellt Claudius Bertram klar: „Alle gewachsenen Arzt-Patienten-Bindungen wollen wir auch unter der neuen Struktur mit einem Zentrum in Meinerzhagen unverändert beibehalten. Das gilt vor allem auch für die Hausbesuche.“ Ziel der Beteiligten schon bei Gründung der Gemeinschaftspraxis sei es ja gewesen, die Versorgungssituation in der ländlichen Region auch zukünftig sichern zu können und einer sich ansonsten abzeichnenden medizinischen Unterversorgung entgegenzuwirken.

Für Bürgermeister Erhard Pierlings ist genau dieser Aspekt auch der Punkt, an dem die Interessen der Stadt und der an diesem Projekt Beteiligten sich decken. „Wir sind als Stadt nach der in jüngerer Vergangenheit eingetretenen Verschlechterung der Versorgungssituation durch Praxis-Aufgaben und auch mit Blick auf die weitere absehbare demografische Entwicklung sehr bemüht, hier im Interesse unserer Bürgerschaft Lösungsmöglichkeiten zu finden“, erklärte er. Dass sich jetzt die Meinerzhagener Baugesellschaft als Investor für ein solches Gesundheitszentrum habe gewinnen lassen, sei von daher ein wirklicher Glücksfall. ▪ -fe

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