Gesundheitlich Schäden durch den „Knopf im Ohr“

Zu lange und zu laut – das kann das kindliche Gehör schädigen.

MEINERZHAGEN ▪ MP-3-Player sind für Kids nicht mehr wegzudenken. Doch wie lange und wie laut kann ein Kind mit dem „Knopf im Ohr“ hören, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen?

Mit dieser Frage möchten sich der Arbeitskreis „Hilfe für Kinder“ und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Meinerzhagen/Kierspe beschäftigen. Am Dienstag, 18. Mai, laden die Organisationen daher für 19 Uhr in die Aula des Evangelischen Gymnasiums zu einem Themenabend ein. „(Un-)Hörbar – Knopf im Ohr“ lautet der Titel der Informationsveranstaltung, die sich an Lehrer, Erzieher, Pflegschaftsvorsitzende der Schulen, aber auch an alle interessierten Eltern richtet. Dabei geht es um „Hörerlebnisse für Kinder“ und um die Frage, was wie laut und wie lange gehört wird.

Lernstörungen möglich?

„Zunehmend stellen wir in unserem Alltag fest, dass Kinder und Jugendliche Schwierigkeiten haben, Reize zu filtern, sich zu konzentrieren, zuzuhören und das Gehörte zu verarbeiten, zu behalten und zu kommunizieren“, so Anette Kulosa-Regh, Konrektorin der Schule Volmetal und Vertreterin des Arbeitskreises „Hilfe für Kinder“ und der Lehrergewerkschaft. Es stelle sich die Frage, ob Wahrnehmungs- und Lernstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit ungesunden Hörgewohnheiten stehen. Dabei geht es nicht nur um die Lautstärke oder die Menge an Zeit, in der sich die Kinder und Jugendlichen beschallen lassen. „Früher konnten auch die Eltern noch hören, was ihre Kinder hörten, jetzt haben die den Stopfen im Ohr und Mütter und Väter kriegen es nicht mehr mit“, beschreibt Claudia Nölle, ebenfalls Lehrerin der Schule Volmetal, eine Situation, die in vielen Familien nicht unbekannt sein dürfte. Dabei seien die Texte vieler Interpreten aggressiv und man müsse sich die Frage stellen, ob auf diese Weise nicht auch das Verhalten beeinflusst werden könne. Zu diesen Themenbereichen werden am kommenden Dienstag auch Experten Stellung beziehen. Der Pädoakkustiker und Hörakkustikermeister Thorsten Faust informiert während eines Vortrags über „Hörstörungen und auditive Verarbeitung“.

Faszination Hören

Mit der „Faszination Hören“ beschäftigt sich anschließend Helgo Ollmann vom Grimme-Institut. Er wird auch Alternativen zu den üblichen Hörgewohnheiten aufzeigen.

Als dritter Referent ist Michael Hufnagel vom Fachbereich Prävention der Kriminalpolizei eingeladen. Sein Vortrag lautet „Lieder auf dem Index – Eltern in der Pflicht?“

Zeit für Fragen und für einen Austausch im Plenum besteht am Dienstagabend ebenfalls. Die Veranstalter hoffen, dass das Thema anschließend weiter in den Schulen transportiert wird. ▪ sim

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare