Gesund essen: Workshop am evangelischen Gymnasium

Die Mensa am evangelischen Gymnasium hat Vorbildcharakter. Dieses Foto entstand bei der Eröffnung. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Pizza und Pommes oder Pilzpfanne und Pflaumenkompott in Bio-Qualität? Viele Schüler müssten bei dieser Frage nicht lange nachdenken – Fast-Food steht bei der jüngeren Generation üblicherweise hoch im Kurs. 

Doch wie kann es gelingen, Kinder und Jugendliche an gesundes Essen heranzuführen, möglichst auch noch in Bio-Qualität? Diese Frage stellen sich viele Betreiber von Schulmensen landauf, landab. Und auch am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen ist das Mittagessen für die Schüler in den vergangenen Monaten immer wieder thematisiert worden, bis eine Lösung gefunden wurde. Hier liefert die Küche von Haus Nordhelle die Speisen in die hauseigene neue Mensa. Gesetzt wird dabei hauptsächlich auf ökologische Produkte aus der Region.

Dieses Konzept ist nicht immer einfach umzusetzen, vor allen Dingen bei dem Preisdruck, unter dem der Caterer steht. Wird das Essen zu einem Preis jenseits der vier-Euro-Grenze angeboten, muss mit dem Widerstand einiger Eltern gerechnet werden. Bleibt unter dem Strich zu wenig Geld übrig, um ökologisch produzierte Lebensmittel in Bio-Qualität einzukaufen, ist ebenfalls keinem geholfen.

Dieser Spagat ist dem Team von Kai-Uwe Kersten, kaufmännischer Geschäftsführer von Haus Nordhelle, bislang gut gelungen. „Fast das gesamte Gemüse, das wir verarbeiten, wird in Bio-Qualität angeboten. Das Fleisch allerdings kommt von konventionellen Erzeugern. In Bio-Qualität wäre das einfach zu teuer“, erläutert Kersten. Doch Fleisch gibt es ohnehin nicht jeden Tag. „Wir essen zu viel davon“, weiß Kersten, der selbst den Beruf des Kochs gelernt hat. Der Chef der evangelischen Tagungsstätte in Valbert steht außerdem auf dem Standpunkt, dass die Ernährung der Kinder große Bedeutung hat, diese Tatsache aber in Deutschland nicht immer genügend beachtet wird. „In Italien beispielsweise kostet ein Schulessen im Schnitt etwa fünf Euro. Das wird von den Eltern gern gezahlt. Gespart wird dafür anderswo.“

In Deutschland, so Kersten weiter, habe die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ermittelt, dass für ein gesundes Schulessen 4,67 Euro (Brutto) bezahlt werden müsste. 3,95 Euro kostet ein Mensaessen in der Vorbestellung am evangelischen Gymnasium. „Man muss bedenken, dass damit alles abgedeckt ist. Zuhause fällt Einkaufen und Kochen weg, es ist für die Eltern sogar möglich, im Schichtbetrieb zu arbeiten“, hält Kersten den Preis für eine Mahlzeit für absolut angemessen.

Dass Meinerzhagen mit dem Gymnasium in Sachen „Schulverpflegung“ gut aufgestellt ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Und so wurde die Schule Auf dem Bamberg jetzt als Veranstaltungsort auserkoren. Am 27. Februar von 16 bis 20 Uhr lädt die Firma „a’verdis – nachhaltige Verpflegungslösungen“ aus Münster ins Gymnasium ein. Im Rahmen der Kampagne „Bio kann jeder“ ist an diesem Tag „gesunde Schulverpflegung mit biologischen und regionalen Produkten“ Thema eines Workshops, der in der Schulmensa stattfindet.

Die zentrale Frage dabei: „Wie lässt sich ein gesund erhaltendes Essensangebot mit biologischen und regionalen Lebensmitteln organisatorisch und wirtschaftlich umsetzen?“ „a’verdis“ beschreibt das Ziel des Workshops so: „Am Beispiel des evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen und des bio-zertifizierten Caterers Haus Nordhelle zeigen wir Ihnen, worauf es bei einer professionellen Schulküche ankommt und wie eine attraktive, gesunde und ökologische Verpflegung von Schülerinnen und Schülern aller Altersgruppen umgesetzt werden kann.“ Die Veranstaltung richtet sich an Schulleitungen, Lehrer, Pflegschaftsvertreter sowie an Schulträger und Catering-Unternehmen. Interessenten können sich unter der E-Mail-Adresse info@a-verdis.com für den kostenlosen Workshop anmelden, Informationen gibt es vorab unter der Telefonnummer (02 51) 9 80 12 20. ▪ beil

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare