Jochen Schöttler baut Tannen an

Corona-Weihnachten mit Baum

Jochen Schöttler ist mit dem Geschäft trotz Corona zufrieden.
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Jochen Schöttler ist mit dem Geschäft trotz Corona zufrieden.

„Ich halte mich nicht für einen Verlierer der Corona-Pandemie. Und staatliche Hilfen brauche ich für meinen Betrieb nicht.“ Jochen Schöttler baut in und bei Ebberg schwerpunktmäßig die Edeltanne Nobilis und Nordmanntannen an.

Meinerzhagen – Auf etwa 60 Hektar Fläche wachsen bei ihm aber auch Kiefern, Blaufichten und andere Bäume. Schöttler ist spezialisiert auf das Weihnachtsgeschäft. Und daran ändert auch die Pandemie nichts.

Dass der heimische Unternehmer allerdings – rein geschäftlich – nichts von der Ausbreitung des Virus bemerkt hat, stimmt so nicht. Jochen Schöttler setzt bei der Arbeit in den Schonungen acht Mitarbeiter ein, die aus Polen kommen. Die reisten bereits Ende September an. „Zu dieser Zeit war das noch problemlos möglich. Die Mitarbeiter sind allerdings in den vergangenen Wochen nicht zu Besuch zurück nach Polen gefahren, sondern in Ebberg geblieben“, berichtet Schöttler. Er betont in diesem Zusammenhang, dass drei Mitarbeiter fest angestellt und auch alle anderen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Das sei auch deshalb wichtig, weil dann eine Begrenzung der Arbeitstage auf seinem Hof nicht vorgeschrieben und damit auch nicht nötig sei, erläutert er.

Weitere Unterkunft angemietet

Über zwei Wohnungen, in denen die Polen wohnen, verfügt Jochen Schöttler selbst. In diesem Jahr mietete er allerdings noch eine weitere Unterkunft in der Nachbarschaft für seine Mitarbeiter an. „Das wurde deshalb nötig, weil die Abstandsrehgeln gelten. Die Betten müssen beispielsweise mindestens zwei Meter auseinanderstehen“, beschreibt der Chef des Betriebes eine Auswirkung der Pandemie.

Das Virus machte noch weitere Maßnahmen nötig: In den Autos werden die Mitarbeiter getrennt transportiert. Schöttler: „Außerdem gilt im Fahrzeuginneren die Maskenpflicht, ebenso wie in den Wohnungen.“

Noch keine Infektionen

Desinfektionsmittel wird außerdem zur Verfügung gestellt. Werden die Regeln beachtet, besteht dann bei der Arbeit im Freien keine große Ansteckungsgefahr. Dass die Maßnahmen offensichtlich gewirkt haben, freut den Unternehmer: „Bisher gab es bei uns noch keine Infektionen.“

Und wie läuft das Geschäft? Da Jochen Schöttlers Bäume auch nach England und Frankreich geliefert werden, in diesem Jahr eine berechtigte Frage. „Es hat funktioniert. Sowohl die Lieferung nach Frankreich, als auch die nach England haben stattgefunden. Das ist eigentlich gut gelaufen“, berichtet der Baum-Spezialist. Allerdings gebe es in der Branche schon eine gewisse Unsicherheit: „Vielleicht bleiben wegen Corona ja viele Menschen zu Hause und fahren nicht in den Skiurlaub. Die werden sich dann wohl auch einen Weihnachtsbaum kaufen“, spekuliert er.

Große Tannen kaum gefragt

Wenig gefragt sind diesmal allerdings die großen Tannen. Die stehen üblicherweise in Firmen, auf Märkten und in der Gastronomie. „In diesem Bereich lief in diesem Jahr aber fast nichts. Bäume mit einer Größe von vier bis sechs Metern waren nicht angesagt. Eher die, die bis zu 2,50 Meter groß sind“, hat Schöttler festgestellt. Eine Ausnahme bilden da lediglich die Exemplare, die in Kirchen aufgestellt werden.

Tannengrün – das ist ein weiterer Geschäftszweig, den der Ebberger bedient. Der Absatz sei nicht schlecht, aber bei Grün, das in Gestecken für Tisch-Dekorationen verarbeitet wird, gebe es schon Einbußen, berichtet Schöttler.

Einen Weihnachtsbaum-Verkauf ab Hof gibt es in Ebberg in diesem Jahr übrigens trotz der Pandemie. „Der findet draußen im Freien statt und auch hier gilt bei uns die Maskenpflicht. Glühwein wird diesmal allerdings nicht ausgeschenkt“, kündigt der Hofbesitzer an. Und um auf die Abstandsregel hinzuweisen, hat Jochen Schöttler extra Markierungen auf dem Boden angebracht.

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