Eine ganz besondere Vorweihnachtszeit

Weihnachtsfeiern mit dem Virus

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Der Nikolaus war gern gesehener Gast bei Weihnachtsfeiern. In diesem Jahr wäre der Besuch einer großen Veranstaltung aber auch für ihn zu gefährlich.

Meinerzhagen – Eigentlich sind die vier letzten Monate eines jeden Jahres ein guter Zeitraum für Gastronomen. Vereine, Organisationen und Firmen buchen Tische für ihre Weihnachtsfeiern. „Das ist in diesem Jahr etwas anders“, hat Nicole Lüsebrink festgestellt.

Die Meinerzhagenerin betreibt mit ihrem Mann Heiko das Hotel/Restaurant Am Schnüffel. Und sie berichtet: „Anmeldungen gibt es durchaus noch. Aber es handelt sich dann um kleinere Feiern. Bislang sind vier größere Feiern bei uns schon wieder abgesagt worden. Die Menschen haben einfach Angst, angesichts steigender Infektionszahlen.“ 

Weniger Teilnehmer, weniger Feiern. Das Thema „Corona“ ist nach einigen Monaten der Entspannung wieder in der Kundschaft von heimischen Gaststätten angekommen. „Um uns herum gibt es bekanntlich einige Hotspots. Hagen, Remscheid, Halver – die Situationen dort geben natürlich zu denken. Und das merken wir auch. Über das ganze Jahr gesehen würde ich unsere Einbußen auf etwa 50 Prozent beziffern. Im April und Mai waren es sogar ungefähr 70 Prozent“, zieht Nicole Lüsebrink eine ernüchternde Resonanz. 

"Abgespeckte" Feiern

Zurück zu den Weihnachtsfeiern. Die finden, sollte es nicht wieder strengere Auflage der Behörden geben, zwar statt, aber „abgespeckt“. „Bei diesen kleineren Feiern passiert ja auch eigentlich nichts. Wenn sich 20 Personen treffen, ist das doch meist unproblematisch. Und wir sind bekannt dafür, dass wir sehr darauf achten, dass sich niemand anstecket. Bei uns sitzt niemand Rücken an Rücken, die Abstände werden eingehalten und auch Desinfektionsmaßnahmen werden durchgeführt. Wir sind da sehr konsequent“, sagt Nicole Lüsebrink und fügt hinzu: „Wie auch immer, wir müssen jetzt erst einmal dieses Jahr überstehen.“

Harald Elbertshagen ist Vorsitzender des TuS Meinerzhagen und Fertigungsleiter beim Unternehmen Burg Wächter in Wormgermühle. Er wird in diesem Jahr auf jegliche Weihnachtsfeier verzichten. „Im TuS haben wir diese Feiern abgesagt. Und auch in unserem Betrieb findet diesmal keine Feier statt. Das ist in dieser Situation einfach zu gefährlich“, sagt er. 

Lage aufmerksam verfolgen

In der Verwaltung der Stadt Meinerzhagen gab es in der Vergangenheit keine zentralen Weihnachtsfeiern. „Lediglich innerhalb der einzelnen Fachbereiche wurde so etwas durchgeführt“, sagt Helmut Klose. Der Fachbereichsleiter will das Infektionsgeschehen in den kommenden Wochen auch im Hinblick auf diesen Aspekt aufmerksam verfolgen. „Sollte es im November eine schlechte Infektionslage geben, würde ich durchaus eine Empfehlung aussprechen, in der Verwaltung auch auf kleinere Weihnachtsfeiern zu verzichten“, überlegt Helmut Klose.

Beim größten Meinerzhagener Arbeitgeber, der Firma Otto Fuchs, hat die Pandemie ebenfalls Folgen, was eine Weihnachtstradition angeht: Wie auf Anfrage mitgeteilt wurde, fällt der Weihnachtsmarkt auf dem Betriebsgelände in diesem Jahr aus. Eine offizielle Mitteilung, wie mit der traditionsreichen Rentnerfeier in der Stadthalle verfahren wird, gibt es hingegen noch nicht.

Im Landhaus Nordhelle in Valbert gibt es derzeit noch keine Anmeldungen, was Weihnachtsfeiern angeht. Auch hier spürt man also die Zurückhaltung, die ihre Gründe wohl in der Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus hat. Ganz aufgegeben haben die Betreiber des Hauses Auf dem Koppenkopf die Hoffnung aber noch nicht: „Vielleicht ergibt sich dazu ja noch etwas in den kommenden Wochen“, sagt Hoteldirektorin Nicoletta Frey.

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