Tacho-Manipulationen: Ein Jahr auf Bewährung

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Das Amtsgericht Meinerzhagen verurteilte den 26-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe.

Meinerzhagen Als ein Mann im März von einem 26-Jährigen einen Mercedes für 12 000 Euro kaufte, ahnte er nicht, dass er einem Betrüger auf den Leim gegangen war. Denn: Der Tacho zeigte 93 000 Kilometer an. In Wahrheit hatte das Auto aber bereits mehr als 260 000 Kilometer „auf der Uhr“.

Und der Verkäufer setzte noch einen drauf: Im Mai ließ er bei einem anderen Wagen den Kilometerzähler manipulieren. Dieses Mal von den eigentlichen 268 521 auf 121 000 Kilometer. Erneut bot der Meinerzhagener das Gefährt zum Verkauf an – mit Erfolg. Doch die Freude hielt nicht lange an. Der 26-Jährige hatte beim zweiten Geschäft weder Wartungsheft noch TÜV-Bericht überreicht. Dadurch konnte der neue Besitzer den Wagen nicht anmelden. Nachdem der 26-Jährige für den Käufer nicht mehr erreichbar war, wendete dieser sich an den Vorbesitzer und erfuhr auf diese Weise den tatsächlichen Kilometerstand. Beim Mercedes flog der Schwindel auf, da einen Tag nach dem Kauf der Anlasser kaputtging und das Fahrzeug in die Werkstatt musste. Dort wurde das Auto genauer unter die Lupe genommen.

Der 26-Jährige musste sich für seine Taten im Amtsgericht Meinerzhagen verantworten. Zunächst ließ er über seinen Verteidiger mitteilen, dass er die Wagen mit den niedrigeren Ständen gekauft habe. Manipuliert habe er nichts. Ein Kaufvertrag, der das belegen könnte, sei allerdings leider nicht mehr auffindbar. Der Richter führte schließlich einen Paragrafen an. Darin heißt es: „Das Gericht kann sich in geeigneten Fällen mit den Verfahrensbeteiligten (…) über den weiteren Fortgang und das Ergebnis des Verfahrens verständigen.“ Im vorliegenden Verfahren erklärte der Richter, dass für den Fall einer geständigen Einlassung eine Gesamtstrafe von einem Jahr mit Bewährung in Betracht käme. Nach einer Bedenkzeit und einem Gespräch mit seinem Verteidiger räumte der siebenfach vorbestrafte Angeklagte die Taten dann ein. Der Vorsitzende hielt sich an die einjährige Bewährungsstrafe. Als Auflage muss der Meinerzhagener 1200 Euro an die Staatskasse zahlen und für die Dauer von drei Jahren mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten. - jape

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