Bewährungsstrafe für Schwarzfahren

Meinerzhagen -   In wenigen Tagen feiert der Angeklagte seinen 30. Geburtstag. Dass er das in Freiheit tun kann, liegt an einem Staatsanwalt und einem Richter, die einen erhofften Therapieerfolg über eine Haftstrafe stellen – und an den geringen Werten, die sich der Meinerzhagener „erschwindelt“ hat.

Im April des vergangenen Jahres hatte er in einem Bio-Supermarkt innerhalb einer Stunde dreimal eingekauft – Waren im Wert von rund 80 Euro. „Bezahlt“ hatte er mit seiner EC-Karte. Doch das Konto wies keine Deckung auf. Das nennt der Jurist dann Betrug. Und weil er im September von Werdohl nach Hagen mit der Bahn ohne Ticket fuhr (die Fahrkarte hätte 9,50 Euro gekostet), wurden gleich zwei Delikte vor dem Meinerzhagener Amtsgericht verhandelt.

Drei Monate Haft auf Bewährung mit einem Bewährungszeitraum von drei Jahren und unter der Aufsicht einer Bewährungshelferin. Was als ausgesprochen harte Strafe erscheint, relativiert sich beim Betrachten des Strafregisters. Seit 2001 verbrachte der Angeklagte viel Zeit vor Gericht oder auch im Gefängnis. Fahren ohne Fahrerlaubnis fand er bereits als Jugendlicher reizvoll und bekam mehrfach Jugendarrest. Später kamen dann noch Körperverletzungen und Diebstähle dazu. Letztere vor allem um die eigene Drogensucht zu finanzieren. Für Vergewaltigung in vier Fällen ging es dann auch noch vier Jahre in den Bau.

Dazu kam dann noch eine mangelhafte Zusammenarbeit mit der Drogenhilfe. Dass der Staatsanwalt nicht mehr forderte als eine Bewährungsstrafe lag an der Drogentherapie, die der Angeklagte derzeit absolviert. Der Richter riet ihm auch dazu diese zu beenden, denn vor dem Amtsgericht in Gummersbach ist ein weiteres Verfahren anhängig. - jobek

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