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3G-Regel nicht kontrolliert: Gastwirt aus dem MK bekommt Ärger mit dem Ordnungsamt

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Von: Jana Peuckert

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Die 3G-Regel muss in Restaurants kontrolliert werden. Passiert das nicht, drohen Strafen für die Betreiber. Das bekam ein Gastwirt aus Meinerzhagen zu spüren.

Meinerzhagen – Dass Verordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus keine Empfehlung oder gar Bitte, sondern strikt zu befolgen sind, musste jetzt ein 68-jähriger Gastwirt aus Meinerzhagen erfahren. Denn genau solch eine Verordnung hatte er am 30. Mai dieses Jahres schlichtweg ignoriert.

Meinerzhagen: Gastwirt kontrolliert 3G-Regel nicht - und bekommt Ärger

An diesem Tag galt in Meinerzhagen die Inzidenzstufe 3. Für Gastwirte bedeutete das: Von sämtlichen Gästen, egal ob im Innen- oder Außenbereich, mussten Nachweise über Impfung, Genesung oder Negativtest kontrolliert werden - um die 3G-Regel einzuhalten. Doch daran hielt sich der Gastronom nicht – und er wurde erwischt. Den Bußgeldbescheid über 150 Euro plus 28,50 Euro Gebühren wollte er daraufhin allerdings nicht bezahlen, er legte Einspruch ein – und der Fall landete vor Gericht. Dort wurde die Angelegenheit im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens geklärt.

Zum Sachverhalt: Am besagten 30. Mai befanden sich einige Gäste im Außenbereich der Wirtschaft des Gastwirts. Plötzlich tauchte eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes auf, die alle Besucher auf Nachweise auf Impfung, Genesung oder Negativtest prüfen wollte. Gleich am ersten Tisch konnte gerade einmal eine Person ein Dokument vorweisen. Während sich die 57-Jährige mit der Männerrunde beschäftigte, bemerkte sie, wie vier Personen vom Nebentisch schnell auf ihren Fahrrädern den Ort verließen. Sie entwischten, vier weitere Gäste konnten allerdings nicht so schnell das Weite suchen. Dass diese keine Dokumente vorzeigen konnten, wurde letztlich dem Gastwirt zur Last gelegt. Er hätte die Gruppe nämlich ohne Nachweis gar nicht in sein Lokal eintreten lassen dürfen.

Meinerzhagen: Gastwirt zeigt kaum Einsicht

Doch auch vor Gericht zeigte sich der 68-Jährige jetzt kaum einsichtig, fiel dem Richter immer wieder ins Wort. Dabei verkannte er die Situation. Statt auf sein Fehlverhalten einzugehen, sah er sich als Opfer. Die Gäste hätten ihm zwar „einen Wisch“ vorgezeigt. „Aber ich habe nicht reingeguckt. Ich weiß nicht, wo ich da gucken muss. Da bin ich nicht geschult worden. Ich bin ja nicht von der Polizei.“ Der Richter konnte kaum glauben, was er hörte: „Wollen Sie ernsthaft verlangen, dass der Staat vor jeder Lokalität jemanden abstellt, der die Nachweise kontrolliert?“ Dann wollte der Vorsitzende wissen, ob der Betroffene selbst einen Impfausweis besitzt. Das bejahte der 68-Jährige. Dann wisse er doch, so der Richter, wie der Ausweis aussieht.

3G macht nur Sinn, wenn auch kontrolliert wird.
In Meinerzhagen hat ein Gastwirt die 3G-Regel nicht kontrolliert - und bekam daher Ärger mit dem Ordnungsamt. © Sven Hoppe/dpa

Nicht so recht ins Bild passte da, dass besagte vier Personen aber gar keinen Ausweis bei sich gehabt hätten – und der Gastronom räumte daraufhin ein, lediglich die Dokumente desjenigen Mannes kontrolliert zu haben, der für die gesamte Gruppe die Getränke geholt habe. Doch dass er vor Gericht kaum noch eine Chance haben würde, an der Zahlung vorbeizukommen, sah der 68-Jährige ein – und er zog seinen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid zurück. Durch sei die Sache für ihn aber noch lange nicht, verkündete er zum Abschluss der Verhandlung. „Mit unserem Bürgermeister werde ich noch ein Wörtchen reden“, verabschiedete sich der Mann aus dem Gerichtssaal. Für ihn scheint es durchaus noch Redebedarf zu geben.

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