Mit zu viel Promille auf der A45 unterwegs

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Meinerzhagen - Warum ein Olper sich am 16. Oktober schleunigst von einem Unfallort auf der A45 zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid entfernte, stellte sich später schnell heraus: Er hatte 1,3 Promille Alkohol im Blut - und musste sich dafür jetzt vor Gericht verantworten.

Der 33-Jährige war in Richtung Dortmund unterwegs, als plötzlich ein Reifen an seinem Fahrzeug platzte. Der Olper kam von der Fahrbahn ab und landete an der Leitplanke. An dieser schrammte er auf einer Strecke von rund 40 Metern entlang. Anstatt nach der Kollision die Polizei zu alarmieren, floh er vom Unfallort. 

Trotz der Beschädigung seines Wagens schaffte es der Mann bis zur Ausfahrt Lüdenscheid-Süd. Dort verließ er die Autobahn. Gefasst wurde er schließlich dennoch: Bei der anschließenden Prüfung durch die Polizeibeamten legte der Fahrer polnischer Abstammung seinen polnischen Führerschein vor. Aufgrund des für die Beamten unüblichen Materials des Dokuments hielten sie es für möglich, dass es sich dabei um eine Fälschung handelte. Demzufolge lautete die Anklage im Amtsgericht Meinerzhagen: Zweifache Trunkenheitsfahrt, Unfallflucht und Urkundenfälschung. 

Den Vorwurf der Urkundenfälschung stellte der Richter im Hinblick auf die im Übrigen zu erwartende Strafe ein. Denn: Selbst wenn es sich bei dem Führerschein um eine Fälschung gehandelt hatte, was der Verteidiger für ausgeschlossen hielt, wäre es strafrechtlich nicht relevant. Der Angeklagte war nämlich im Besitz einer Fahrerlaubnis. Damit hatte er nicht vorgegeben, etwas zu haben, was er gar nicht hatte. Die weiteren Tatvorwürfe räumte der 33-Jährige ein. Ein Umstand, der ebenso für ihn sprach wie das leere Vorstrafenregister.

Am Ende verurteilte ihn der Richter wegen zweifacher, fahrlässiger Trunkenheitsfahrt – zweifach, weil der Mann vor und nach dem Unfall alkoholisiert gefahren war – und unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu einer Geldstrafe von 2250 Euro. Zudem verhängte er ein dreimonatiges Fahrverbot. Dieses gilt jedoch aufgrund der Tatsache, dass dem Mann am 16. Oktober der Führerschein entzogen worden war, als bereits abgegolten. S

Sowohl der Vertreter der Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte akzeptierten die Entscheidung und ließen das Urteil damit rechtskräftig werden.

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