Vorwurf: Mit 2,75 Promille auf dem Roller unterwegs 

+
Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen wurde gegen den Rollerfahrer verhandelt.

Meinerzhagen - „Der Sachverhalt ist mir vollkommen neu“, empörte sich ein Angeklagter am Dienstag im Amtsgericht Meinerzhagen. Damit machte er sofort klar, nichts von den Geschehnissen des 10. Juli zu wissen.

Am besagten Tag soll er auf dem Parkplatz eines Meinerzhagener Schnellrestaurants an der Oststraße mit 2,75 Promille – und das um 13.30 Uhr – mit einem Roller unterwegs gewesen sein. Doch damit nicht genug. Das Kennzeichen des Krades war nicht mehr gültig. Folglich war das Gefährt auch nicht haftpflichtversichert. Eine Frau, die sich zu der Zeit auf dem Parkplatz aufgehalten hatte, hatte bei der Polizei angegeben, der 62-Jährige sei mit dem Roller gestürzt und habe ihn dann einfach stehen lassen.

Der Angeklagte blieb dabei, nichts von dem Vorfall zu wissen. Bei 2,75 Promille könnte das gut sein, bemerkte der Richter. Es wundere ihn, so der Angeklagte, dass ihm keiner etwas von dem Vorwurf erzählt hatte. Schließlich sei er doch mit allen Polizisten in der Umgebung auf du und du. Er stehe im regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit ihnen. 

Als der Richter ihm vorhielt, bei welchem Polizeibeamten er in dieser Angelegenheit zur Vernehmung geladen worden war, musste der Mann zugeben, tatsächlich dort gewesen zu sein. Mit dem genannten Beamten müsste er dringend noch einmal reden, erklärte der 62-Jährige. Dass der Roller nicht versichert ist, könnte gar nicht sein: „Ich bin nach wie vor damit unterwegs.“

Da sich der Angeklagte offenbar an nichts mehr erinnern konnte, blieb dem Vorsitzenden keine andere Wahl, als die Hauptverhandlung auszusetzen. Ohne Aussagen von Zeugen käme er in diesem Fall nicht weiter. Und so sollen in einem neuen Termin die Polizisten gehört werden. Das war dem Angeklagten zwar etwas unangenehm, aber er verstand die Handhabe des Richters. „Das ist ja wirklich nett von Ihnen. Es tut mir furchtbar leid, dass ich Ihnen jetzt solche Umstände mache“, verabschiedete er sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare