Automaten aufgeflext – Verdächtige vor Gericht

Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen wurde gegen die beiden Verdächtigen verhandelt. - dpa

Meinerzhagen - Anfang 2014 versuchten zwei Diebe, einen Zigarettenautomaten in Meinerzhagen aufzuflexen – und wurden dabei gestört. Der Tatverdacht fiel auf zwei junge Männer aus Meinerzhagen. Jetzt standen die beiden 20-Jährigen vor dem hiesigen Amtsgericht.

Die Täter suchten sich einen Automaten an der Straße Am Rothenstein aus, wo sie in den Morgenstunden des 19. Januar mit schwerem Gerät auftauchten. Sie hatten es auf Zigaretten abgesehen. Allerdings erwiesen sich die Sicherungen als hartnäckiger als erwartet. Auch machten sie so viel Lärm, dass ein Zeuge aufgeschreckt wurde und die Polizei verständigte. Beamte rückten aus, hörten zunächst noch Flexgeräusche und sahen dann zwei Personen flüchten, die sie nach kurzer Zeit aus den Augen verloren. Besagter Zeuge konnte ihnen jedoch das Kennzeichen eines verdächtigen Autos nennen und kurz darauf konnte der Wagen mit den beiden Meinerzhagenern gestoppt werden. Zwar befand sich in dem Wagen keine Flex, dafür jedoch, so das Ergebnis eines LKA-Gutachtens, wies die Kleidung des Duos charakteristische Schmelzperlen und Fragmente von Lebensbäumen auf, die auch im Bereich des Tatorts zu finden sind.

Jetzt saßen die Meinerzhagener auf der Anklagebank. Über ihre Verteidiger leugneten sie den Vorwurf. Ansonsten wollten sie sich nicht äußern. Ein Bekannter sollte allerdings ihrer Entlastung dienen. Der 20-Jährige erinnerte sich im Zeugenstand, dass er Anfang 2014 dabei gewesen sei, als einer der Angeklagten an dessen Auto „geschraubt, geflext und geschweißt“ habe. Der andere Verdächtige sei dabei gewesen. Auch hätten sich dort die entsprechenden Büsche befunden. Allerdings konnte der Zeuge kein genaues Datum nennen und sprach nur davon, dass einer der beiden an dem Auto gearbeitet habe.

In dieser Situation insistierte Richter Guido Varney. Das Ganze sei nahezu zwei Jahre her und seitdem sei auch nicht mehr geschehen. Es bestehe die Möglichkeit einer vorläufigen Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von Geldbußen. Nach Beratungen mit ihren Verteidigern stimmten die Angeklagten zu. Mit Blick auf ihre jeweiligen finanziellen Situationen soll nun einer 300 und sein Mitstreiter 800 Euro an die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ zahlen. Erfüllen sie diese Auflage, dann wird die Akte zugeklappt.

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