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Ohne Sternchen, Unterstrich & Co.

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Von: Dominic Rieder

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Die Sonderzeichen (von oben nach unten) Gendersternchen, Binnen-I, Binnendoppelpunkt, Binnenunterstrich und Trema finden in Meinerzhagener Rathaus und Verwaltung keine Anwendung.
Die Sonderzeichen (von oben nach unten) Gendersternchen, Binnen-I, Binnendoppelpunkt, Binnenunterstrich und Trema finden in Meinerzhagener Rathaus und Verwaltung keine Anwendung. Verwendet wird nur der Schrägstrich (ganz unten). © Dominic Rieder

Ein freundliches Hallo, liebe Leserinnen und Leser. Hm, obwohl – doch besser „Leser/innen“? Oder „Leser*innen“? Oder „LeserInnen“? „Leser:innen“? „Leser_innen“? „Leserïnnen“ (mit dem sogenannten Trema über dem i)? Oder begrüße ich hier besser ganz einfach „die Lesenden“?

Meinerzhagen – Wenn es um gendergerechte Schreibweisen geht, kann es durchaus mal etwas verwirrend und irritierend werden. Ein Gefühl, dabei mehr falsch als richtig machen zu können, kommt auf.

Einerseits spiegelt Gendern zweifelsohne den Zeitgeist wider, andererseits ist es aber auch ein kompliziertes, weil sehr komplexes Feld. Ob Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Fernsehsendungen, Internetseiten – in den Medien findet sich eine immense, geradezu kaum noch überschaubare Fülle an Informationen, (kontroversen) Diskussionen, Hinweisen und Vorschlägen zu dieser Thematik.

Keine einheitliche Schreibweise

Verkürzt und daher natürlich sehr vereinfacht lässt sich festhalten, dass sich durch die Anwendung von Sonderzeichen, wie zum Beispiel dem Gendersternchen, auch Menschen repräsentiert finden sollen, die sich weder eindeutig dem weiblichen noch männlichen Geschlecht zugehörig fühlen. Jedoch: An einer einheitlich festgelegten Schreibweise fehlt es bislang.

Gendern: Ein Thema, das natürlich auch die Politik – vom Bund bis hin zu den kommunalen Ebenen – betrifft und beschäftigt. Wie in unserer Zeitung berichtet, hatte Anfang dieses Monats Christine Lambrecht, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie auch Bundesministerin der Justiz, die Bundesverwaltung, das Kanzleramt, Ministerien, Bundesgerichte und Stiftungen des Öffentlichen Rechts (Bund) aufgefordert, auf die Verwendung von Sonderzeichen – Gendersternchen, Binnendoppelpunkt, Binnenunterstrich, großes Binnen-I und Trema – zu verzichten. Denn derzeit sei dies rechtswidrig und die Schreibweise nicht für alle verständlich.

Keine Gendersternchen

Auch in Rathaus und Verwaltung der Stadt Meinerzhagen finden diese Sonderformen, wie das – auch als sogenannter Asterisk bekannte – Gendersternchen und die weiteren vorhin genannten, nach derzeitigem Stand keine Anwendung. Dies teilte Helmut Klose, Allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters sowie Fachbereichsleiter, im Gespräch mit unserer Zeitung mit. Stattdessen würden in den offiziellen Schreiben sowohl die weibliche als auch die männliche Form verwendet – also zum Beispiel „Bürgerinnen und Bürger“.

Gebrauch gemacht wird lediglich – und das nur in Satzungen (einsehbar unter www.meinerzhagen.de) – vom gesellschaftlich bereits seit vielen Jahren gängigen Schrägstrich. So kommen zum Beispiel im Fließtext Formulierungen wie „die Bürgermeisterin/der Bürgermeister“ und „die Ortsvorsteherin/der Ortsvorsteher“ oder auch „Bürgerinnen/Bürger“ vor. In Überschriften heißt es zusammengefasst beispielsweise „Ortsvorsteher/in“.

Bei Stellenausschreibungen (ebenfalls unter www.meinerzhagen.de einsehbar) wird zusätzlich zu der männlichen und weiblichen Berufsbezeichnung in Klammern „m/w/d“ hinzugefügt – also zum Beispiel „Klimaschutzmanager/Klimaschutzmanagerin (m/w/d)“. Dabei steht m für männlich, w für weiblich und d für divers.

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