Antrag von SPD, Grünen und UWG

Das Aus für die Steinwüsten vor den Häusern?

Steingärten wie dieser gelten als pflegeleicht und liegen im Trend, bieten häufig aber keinerlei grüne Akzente und tragen zur Versiegelung der Flächen bei.
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Stößt nicht überall auf Gegenliebe: Steingärten wie dieser gelten als pflegeleicht und liegen im Trend, bieten häufig aber keinerlei grüne Akzente und tragen zur Versiegelung der Flächen bei.

Was sich die Kommunalpolitik im September 2020 vorgenommen hatte, soll nun umgesetzt werden: SPD, Bündnis 90/Die Grünen und UWG wollen dem Trend zum Steingarten einen Riegel vorschieben. Am kommenden Montag berät der Rat ab 17.30 Uhr über einen Antrag der drei Fraktionen, in dem sie eine Gestaltungssatzung für Vorgärten im gesamten Stadtgebiet fordern.

Meinerzhagen - Rolf Puschkarsky (SPD), Karl Hardenacke (Grüne) und Raimo Benger (UWG), die den Antrag als Vorsitzende ihrer Fraktionen unterschrieben haben, kritisieren darin einen Trend zur „Versteinerung“ der Vorgärten, bei der keine Pflanzen mehr vorgesehen sind. „Und wenn, werden diese nur symbolhaft inszeniert“, heißt es weiter. Damit einher gehe eine zunehmende Versiegelung.

Dabei könnten begrünte Vorgärten „grüne Oasen unserer Stadt sein, die Mensch und Tier eine besondere Lebensqualität bieten und zum Artenschutz beitragen“. Weitere Pluspunkte eines grünen Vorgartens: Verbesserung der Luft und eine Minimierung der Aufheizung an heißen Tagen.

Positive Auswirkungen auf das Klima

„Gut durchwurzelte Böden reduzieren das Überschwemmungsrisiko bei Starkregen und speichern schädliche Treibhausgase, die den Klimawandel verursachen“, betonen die drei Antragssteller. Durch die Versickerung von Oberflächenwasser könne zudem das Kanalsystem entlastet werden.

Ortssatzung soll Eigentümer zu grünen Vorgärten zwingen

Die Idee: Eine Ortssatzung, die die Gestaltung und Bepflanzung der Vorgärten in geschlossenen Ortschaften und Innenbereichen – auch in Ergänzung zu Bebauungsplänen – vorsieht (siehe Info-Kasten). Bei der Umsetzung der Satzung soll die Stadtverwaltung als „Planungspartner“ fungieren, indem sie Broschüren und Info-Material zur ökologischen Vorgartengestaltung bereithält und bei Bedarf Kontakte zu Garten- und Landschaftsbaubetrieben vermittelt. Und sie soll natürlich auch eingreifen, wenn die Grundstückseigentümer sich nicht an die Vorgarten-Regeln halten und Ordnungswidrigkeiten gemäß der Landesbauordnung ahnden.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte zuletzt Petra Gossen (SPD) während einer Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses im September 2020. Sie fragte nach Möglichkeiten, Einfluss auf die Umlagen von Wohngebäuden zu nehmen. Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar wies daraufhin auf die Möglichkeit einer Satzung hin.

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