Höchststrafe für Florian Wilkes

Gnadenloses Femegericht in Valbert

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Die drei Fahnenoffiziere mussten gestern ein Bad in der Menge nehmen.

Valbert - Warum verstummen die Gespräche der Schützen, wenn sich Mitglieder des Valberter Femegerichts im Laufe des Jahres ab und an mal unters Volk begeben? Sicherlich aus gutem Grund, denn den Richtern entgeht nichts – und sie sammeln fleißig Beweise für Verfehlungen des Schützenvolks. Die werden dann im Rahmen des Schützenfestes regelmäßig geahndet Am Sonntag war es wieder soweit.

Noch war die Stimmung im Rahmen des Frühschoppens ausgelassen und gut. Die Sparkasse hatte für jede Menge Würstchen und mit diesem kräftigenden Imbiss für eine gute Unterlage gesorgt. Noch ahnte zu dem Zeitpunkt niemand, wer denn diesmal zu den Delinquenten gehören würde, denn die drei Richter Jasper Sönnecken, Johann von Valbert und Johann Caspar Wever sind bekannt dafür, im Vorfeld der Verhandlungen nichts an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Auch Folterknecht „Kopf ab“ und Vollstrecker „Hermann Kreuzbrecher“ verraten vorab nichts. Und so wurden gleich die drei ersten Angeklagten Alexander Pies, Marius Mann und Tobias Frey quasi überrascht, als sie aufgerufen wurden. Der Vorwurf: Die drei haben sich nicht vorschriftsmäßig gekleidet. Die Strafe: Ein Bad in der Menge – in entsprechender Verkleidung.

Nicht besser ging’s anschließend Dominik Busch. Der war sich keiner Verfehlung bewusst, hatte gar eigens ein „amtliches“ Papier dabei, das ihm auf ewig Immunität versicherte, da er selbst schon höchster Richter am Femegericht war. Genützt hat ihm das am Ende nicht. Weil er beim Rinkscheider Schützenfest einfach ein Bier getrunken hatte, ohne sich um andere Schützen oder gar das Königspaar weiter zu kümmern, gab’s eine Runde im Käfig – natürlich mit ordentlich Umdrehungen.

Bilder vom Schützenfest in Valbert

Die Höchststrafe gab’s am Sonntag für Florian Wilkes. Sein Vergehen: Beim Rinkscheider Schützenfest hatte er seinen Degen nicht dabei. Alles Abstreiten half ihm nicht, er musste den Weg zur Guillotine antreten und wurde fürchterlich nass. An einem Brückenwochende hatten Richter, Henker und Folterknecht die Funktionsweise der Guillotine ausgeheckt – gestern hatte sie ihren ersten Einsatz – sehr zum Spaß des Schützenvölkchens.

Zum Schluss des Verhandlungsmarathons wurde schließlich Karsten Vollmerhaus (Bieger) zum Richtertisch zitiert. Schützenfestsamstag 2015 hatte er in einem Röckchen einen Tanz zu absolvieren. Dem damaligen königlichen Befehl widersetzte er sich. Das Ende vom Lied mündete schließlich im Urteil: Vollmerhaus musste einen Bauchtanz vorführen. Das Volk johlte und Vollmerhaus gab sich alle Mühe, eine gute Figur abzugeben – der Applaus war ihm am Ende aber sicher.

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