Regierung will Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern

+
Auf vielen Autobahn-Raststätten weisen Schilder darauf hin, Speisereste nur in verschlossenen Müllbehältern zu entsorgen. Auch so soll die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden.

Meinerzhagen - Die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch. In Nordrhein-Westfalen wurde bislang zwar noch kein Fall bekannt, im benachbarten Belgien allerdings schon.

Wie ernst die Tierseuche von Politik und Forstverwaltungen genommen wird, zeigte unlängst eine Übung, die in relativer Nähe zu Meinerzhagen stattfand: Im Rheinisch-Bergischen Kreis, nur rund 30 Kilometer Luftlinie von der Volmestadt entfernt, wurde eine Großübung durchgeführt. Deren Ziel: Vorbereitungen auf den Ausbruch der Schweinepest. 

Meinerzhagen und die umliegenden Wälder beherbergen große Wildschwein-Populationen. Wieviele Tiere hier genau leben, ist unbekannt. Ihre Zahl geht jedenfalls in die Hunderte. Und genau diese Allesfresser sind Überträger der Afrikanischen Schweinepest. Hier kommen dann auch die Autobahn-Rastplätze „ins Spiel“. Die liegen gerade im waldreichen Sauerland häufig am oder im Wald, also in Wildschwein-Nähe. 

Virus überlebt lange in Fleischwaren 

Wildschweine, die auch im Sauerland massenhaft vorkommen, können die Afrikanische Schweinepest schnell verbreiten.

Die Bundes- und Landesregierung haben diese gefährliche Konstellation erkannt – und reagiert: „Seit 2014 breitet sich die Tierseuche in Ost-Europa unter Wildschweinen aus und ist aktuell nur noch rund 300 Kilometer von der deutschen Ost-Grenze entfernt. Da das Virus in Lebensmitteln, die Fleisch enthalten – wie Wurstwaren–, lange überlebt, besteht die Gefahr, dass das Virus über den Ferntransport beispielsweise entlang der Autobahnen nach Nordrhein-Westfalen eingetragen wird“, heißt es im Online-Landesportal „Wir in NRW“ der Landesregierung. Heimische Wildschweine, die den infizierten Abfall fressen, können sich so jederzeit anstecken. 

Inzwischen wurden deshalb Hinweistafeln an Fernstraßen-Rastplätzen aufgestellt. Darauf wird gleich mehrsprachig davor gewarnt, Lebensmittel auf Rastplätzen einfach in der Landschaft zu entsorgen. Stattdessen sollten dafür nur verschlossene Müllbehälter genutzt werden, heißt es. 

Ministerium appelliert an Reisende 

Da der Erreger nicht nur über Wildschweine, sondern auch über Kleidung, Autoreifen und Nahrungsmittel, wie zum Beispiel eine einfaches Wurstbrot, übertragen werden, appelliert das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium an Reisende, Fernfahrer, Jäger und Tierhalter, sich so zu verhalten, dass eine weitere Ausbreitung der Krankheit verhindert wird. So sollte zum Beispiel auf Jagdreisen in die aktuellen Ausbruchsgebiete Osteuropas bis auf Weiteres verzichtet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare