Gefährlicher Farbschwund: Markierungen auf Meinerzhagens Südumgehung kaum noch zu erkennen

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Nur noch schwach heben sich die Reste der weißen Fahrbahnmarkierungen vom grauen Asphalt ab. Möglicherweise wurden sie nicht in der Qualität aufgebracht, die sie haben sollten.

Meinerzhagen - Die Linksabbiegerspur von der Südumgehung in die Heerstraße ist kaum noch zu erkennen. Auch an anderen Stellen sind die Fahrbahnmarkierungen auf der Umgehungsstraße stark verblasst, dabei wurde sie erst am 1. Juni 2012 für den Verkehr freigegeben. Bis neue Markierungen aufgebracht werden, kann es laut Straßen.NRW allerdings bis in den April dauern.

„Wir haben erhebliche Probleme mit der Abwicklung von Markierungserneuerungen“, sagt Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr für den Bereich Südwestfalen beim Landesbetrieb Straßen.NRW. Man habe im vergangenen Jahr einen Sammelauftrag erteilt, aber die beauftragten Firmen kämen mit der Abarbeitung nicht nach. „Das ist auch für uns ein Ärgernis, weil wir viele Beschwerden kriegen.“ Denn der Auftragsrückstand betreffe nicht nur Meinerzhagen, sondern ganz Südwestfalen.

Ein Grund für den Rückstand sind die vollen Auftragsbücher. Zahlreiche Auftraggeber – Kommunen, Ämter – würden sich auf die wenigen Firmen stürzen, die auch von Straßen.NRW mit Markierungsarbeiten beauftragt würden, erklärt Zimmerschied. Die Firmen würden gerne zusätzliche Kolonnen rausschicken, aber es fehlten ihnen dazu die nötigen Facharbeiter. „Deswegen hakte es bei den Markierungserneuerungsarbeiten.“ Künftig wolle man sich allerdings bei der Ausschreibung neu aufstellen, um im Bereich Fahrbahnerneuerungen auf mehr Firmen zurückgreifen zu können.

Die Linksabbiegerspur von der Südumgehung in die Heerstraße ist nur noch schlecht zu erkennen.

Auch das Wetter muss mitspielen. Die wenigen trockenen Tage im zweiten Halbjahr hätten mit dafür gesorgt, dass sich Aufträge verzögerten. Zudem sei witterungsbedingt von Mitte November bis etwa Mitte März kein Betrieb, sagt Zimmerschied. „Jetzt im Winterhalbjahr ist es schier unmöglich etwas anzuschieben. Wir werden die Firmen aber unter Druck setzen und mahnen, dass sie die restlichen Aufträge abarbeiten.“

Ab April könnten voraussichtlich auch auf der Südumgehung die Markierungen erneuert werden, wenn das Wetter mitspiele, sagt der Abteilungsleiter für Betrieb und Verkehr. „Es bringt nichts, auf einer nicht abgetrockneten Fahrbahn Markierungen aufzubringen, das hält nicht.“

Fahrbahnränder werden meistens mit Farbe markiert, innerhalb der Fahrbahn werde Kaltplastik verwendet, das bei Nässe und Dunkelheit besser reflektiert, erläutert Zimmerschied. In Ausnahmefällen werde auch auf der Fahrbahn mit Farbe markiert, etwa um nach einem Neubau eine Straße schneller freigeben zu können. Das wolle er aber für die Südumgehung eigentlich ausschließen.

Je nach Verkehrsbelastung halte die Kaltplastik-Markierung fünf bis zehn Jahre, aber es komme auch darauf an, in welcher Qualität sie aufgebracht wurde, sagt Zimmerschied. Hier könnte auch der Grund für die schnelle Abnutzung auf der Südumgehung liegen. „Es kann sein, dass die Qualität nicht so war, wie sie hätte sein sollen, zum Beispiel, weil das Wetter nicht mitgespielt hat.“

Straßen.NRW werde aber dafür sorgen, dass die verblasste Markierung erneuert und in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzt werde, damit auch die Verkehrssicherheit hinreichend gewährleistet sei, versichert Zimmerschied. „Wir stehen da im Wort.“

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