Bürgermeister fordern Sperrung für Motorradraser

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Bürgermeister Jan Nesselrath und sein Herscheider Kollege Uwe Schmalenbach fordern „spürbare Konsequenzen“ für die Gefahrenstrecke auf der Nordhelle. Aus ihrer Sicht ist eine – zumindest teilweise – Sperrung für Kradfahrer unumgänglich.

Valbert - Der Herbst zeigt sich gerade von seiner schönsten Seite und lädt zu ausgedehnten Ausflügen in die Natur. Auch auf dem Motorrad. Gern ins Ebbe. Und dann mit Tempo durch die Kurven. Die L 707 zwischen Meinerzhagen und Herscheid: ein „Szene-Treff“. Immer noch. Trotz Schwellen. Bürgermeister Jan Nesselrath und sein Herscheider Kollege Uwe Schmalenbach fordern daher „Konsequenzen, die endlich fruchten“. Aus ihrer Sicht ist eine Sperrung der Strecke unumgänglich.

Die Bürgermeister trafen sich gestern an der „Applauskurve“ (siehe Info-Kasten), um dort noch einmal auf den besonderen Gefahrenschwerpunkt aufmerksam zu machen. Das schöne Wetter am vergangenen Wochenende habe wieder deutlich gezeigt, dass alle Maßnahmen zur Reduzierung der Gefahr und des Lärmpegels nicht viel gebracht hätten. Der Lärm sei bis in die Ortsmitte von Herscheid zu hören gewesen. Auf des Ebbegebirges sei es nicht anders, berichtete Bürgermeister Nesselrath. In den Rathäusern häuften sich Beschwerden, auch der Valberter Ortsvorsteher Hans-Gerd Turck würde oft auf die Situation angesprochen. Denn nach wie vor würde auf der Landstraße 707 gerast. Die im Sommer vom Landesbetrieb Straßenbau eingebrachten Maibachschwellen hätten nicht viel gebracht, die Sperrung des Parkplatzes ebenso wenig. Entsprechende Beschilderungen wurden zum Teil überklebt oder – wie gestern vor Ort zu sehen – einfach herausgerissen. 

Jan Nesselrath hatte dafür deutliche Worte: „Ich habe Verständnis für das Hobby Motorradfahren, aber keines für Motorradrennen.“ Jedenfalls nicht für Rennen auf einer Straße, auf deren kurvenreichster Strecke nur 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind und die durch einen Naturpark führt, der als Erholungsgebiet gilt. 

Ein kleiner Anteil an Motorradfahrern verhalte sich verkehrswidrig. „Aber der trifft sich hier konzentriert“, berichtete Uwe Schmalenbach. Die Gruppe sehe die Strecke als ihr Hoheitsgebiet an. Das müsse endlich Konsequenzen haben. 

Der Lärm, hervorgerufen durch Motorradraser, sei für die Anwohner unerträglich, die Lebensqualität sei dadurch in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Auch für Wanderer könne von Ruhe und Erholung schon lange keine Rede mehr sein. „In Meinerzhagen passiert viel in Sachen Tourismus und man könnte auch über gemeinsame Aktionen mit Herscheid nachdenken. Solange es keine Konsequenzen gibt, brauchen wir das aber nicht“, machte Uwe Schmalenbach deutlich. Das Ebbegebirge sei ein Juwel des Naturparks. „Das lassen wir uns kaputt machen, wenn wir nicht reagieren“, betonte Jan Nesselrath. Für Radfahrer sei die Gefährdung auf der Strecke ebenso problematisch wie für Fußgänger. Viele Unfälle seien bereits passiert. „Wie lange soll noch gewartet werden?“, fragen die Bürgermeister und richten damit eine eindringliche Forderung an den Märkischen Kreis, der für die Strecke zuständig ist. „Worauf will der Landrat denn warten?“, fordern Nesselrath und Schmalenbach, dass endlich eine spürbare Maßnahme erfolgen müsse: „An einer Sperrung, wenigstens für eine Seite, führt kein Weg vorbei“, so die Bürgermeister. Dies müsse zügig umgesetzt werden.

Hintergrund: Umstrittene „Applauskurve“ 

Die Landstraße 707 zwischen Meinerzhagen und Herscheid ist seit Langem als Gefahrenschwerpunkt bekannt. Motorradfahrer fahren die „Applauskurve“ gezielt an. Damit steigt nicht nur das Unfallrisiko, sondern auch der Lärmpegel. Aus diesem Grund wurde ein Arbeitskreis „Motorradlärm“ gegründet. Einer generellen Sperrung der Nordhelle für Motorräder hatte dieser aber eine Absage erteilt. Die Polizei zeigte ebenfalls verstärkt auf der Strecke Präsenz. Im Sommer wurden zudem sogenannte Maibachschwellen installiert.

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