Gedenken am Volkstrauertag

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Die zentrale Feierstunde fand auch in diesem Jahr am Ehrenmal an der Heerstraße statt. ▪

MEINERZHAGEN ▪ 66 Jahre nach Kriegsende versammelten sich heute zahlreiche Meinerzhagener, um am Volkstrauertag der Toten zu gedenken.

Das geschah – wie in jedem Jahr – sowohl am Gedenkstein für jüdische Mitbürger an der Kirchstraße als auch am Ehrenmal an der Heerstraße.

Pastorin Petra Handke war es diesmal, die mit ihren Ansprachen an die Opfer von Kriegen und Gewalt erinnerte. Das tat sie zunächst an der Kirchstraße, wo sich eine kleine Gruppe versammelt hatte. Neben den Bürgermeister-Stellvertretern Volkmar Rüsche und Rainer Schmidt waren auch Vertreter von Vereinen, Verbänden aus den Ratsfraktionen und der Erste Beigeordnete der Stadt, Frank Maatz, gekommen. „Vergangenes, Geschichte lässt sich nicht ungeschehen machen, aber im Gedenken lässt sich für die Zukunft lernen – und den Opfern gebührt auf diese Weise unsere Achtung“, führte Petra Handke aus. Nach der Kranzniederlegung durch die Bürgermeister-Stellvertreter ging es weiter zum Ehrenmal an der Heerstraße.

Hier hatten bereits Angehörige heimischer Vereine und Verbände sowie der Ratsfraktionen Aufstellung genommen. Die Schützen waren mit einer großen Abordnung ebenso vertreten wie Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes, der Meinerzhagener Reservistenkameradschaft, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, des Reichsbundes und des TV Grün-Weiß Meinerzhagen. Für die feierliche musikalische Umrahmung der Gedenkstunde sorgten der MGV Eintracht Winzenberg, der Männerchor Meinerzhagen und das heimische Jugendblasorchester.

66 Jahre nach Kriegsende ergriff Pastorin Petra Handke auch hier das Wort: „Wir sind alle hier, um der Trauer ein lebendiges Antlitz zu verleihen. Die Toten des 1. und 2. Weltkrieges fehlen, sowie die Toten aller Gewaltakte auf Erden. Sie fehlen als Opfer in unserer menschlichen Gemeinschaft“, führte sie aus. Doch die Seelsorgerin befasste sich nicht nur mit Vergangenem: „Wir sind heute auch hier, weil die Geschichte noch lange nicht zu Ende ist. Und weil Menschen auch heute in politischen Zusammenhängen sterben: Als Bundeswehrsoldaten im Auftrag für unser Land zum Beispiel in Afghanistan, aber auch als unbeteiligte Zivilpersonen durch Terroranschläge und Entführungen in Botschaften oder als Engagierte in Hilfsprojekten vielfältiger Art. Und immer gibt es Familien, Freunde und Geliebte die um sie trauern.“

Dass der Tod schier unerträgliches Leid verursacht, ist täglich zu erfahren. Petra Handke: „Es wird mit dem Abstand unserer Geschichte immer deutlicher, welche Wunden unserer menschlichen Gemeinschaft in der Vergangenheit zugefügt wurden – und wie lange es wohl dauert, bis diese Wunden womöglich verheilt sein können. Wenn überhaupt.“

Nach der Ansprache endete die Gedenkfeier am Ehrenmal mit Kranzniederlegungen – auch hier durch die beiden Bürgermeister-Stellvertreter. Und auch die verschiedenen Abordnungen gedachten der Toten mit Kränzen.

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