Motto: „Kein Stein bleibt in dieser Nacht allein“

+
In Meinerzhagen wird am 9. November der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gedacht. Das Motto lautet „Kein Stein bleibt in dieser Nacht allein“.

Meinerzhagen - „Kein Stein bleibt in dieser Nacht allein“. Unter diesem Motto plant die heimische Stolperstein-Initiative eine besondere Aktion für den 9. November.

Zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht sollen bei einem Rundgang zu den acht Verlegeorten der Stolpersteine in Meinerzhagen Kerzen angezündet werden. Die Idee entstand während des Ausfluges der Initiative nach Köln (die MZ berichtete).

„Ein Plakat in der Ausstellung 25 Jahre Stolpersteine gab den Anstoß, selbst eine Aktion ins Leben zu rufen“, erinnert sich Christina Först, die in Köln dabei war. Först berichtet: „Im Grindelviertel in Hamburg liegen mehr als 2000 Stolpersteine. Hier zündeten Anwohner am 9. November 2013 erstmalig Kerzen auf beziehungsweise neben den Stolpersteinen an.“ Demnach startete 75 Jahre nach der Reichspogromnacht die Hamburger Aktion „Grindel leuchtet“ in Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Seit 2013 wird die Aktion Jahr für Jahr wiederholt.

„In Meinerzhagen findet nun erstmalig eine ähnliche Beleuchtungsaktion statt, allerdings nicht durch Anwohner der Straßen, sondern von Mitgliedern der Initiative Stolpersteine und allen interessierten Bürgern“, erklärt Christina Först, die anregt, dass auch eigene Kerzen dazu mitgebracht werden dürfen.

Gemeinsamer Treffpunkt ist um 19 Uhr am Verlegeort „Zur Alten Post 8“, unmittelbar vor der Buchhandlung Schmitz. Dort sollen dann die ersten Kerzen entzündet werden. Die weitere Planung für den Abend: Anschließend geht es über die Hauptstraße 15 und den Parkplatz am Aldimarkt (Teichstraße 10) zum jüngsten Verlegeort vor dem Fischbachhaus an der Lindenstraße.

Zurück am Haus Hauptstraße 31, führt der Rundgang über die Kirchstraße 5 zur Derschlager Straße 11 und endet schließlich an der Kirchstraße 22.

Danach geht es zum Gemeindehaus an der Jesus-Christus-Kirche. „Ab 20 Uhr gibt es dort den Vortrag Spurensuche in Minsk“, lädt Christina Först zur Teilnahme ein. Ira Zezulak-Hölzer berichtet von ihrer privaten Reise mit Gail Stern, die den Spuren ihrer Verwandten bis nach Weißrussland folgte. „Wie viele der damals Deportierten, wurden sie nahe Minsk vom Nazi-Regime ermordet“, weiß Först. Als Nachfahrin jüdischer Mitbürger besuchte Gail Stern Meinerzhagen zuletzt am 6. Juli dieses Jahres, sie hat für 2018 bereits ihren nächsten Besuch angekündigt.

Einen Zusammenschnitt von Bildern der Verlegungen von Stolpersteinen in Meinerzhagen und Kierspe zeigt Jochen Trambacz direkt im Anschluss an den Vortrag.

„Alle Interessierten sind zum Rundgang ab 19 Uhr und/oder zum Treffen im Gemeindehaus ab 20 Uhr willkommen“, so Christina Först abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare