Gedenken am Koppenkopf

Valberts Ortsvorsteher Fred Oehm überbrachte die besten Grüße von Rat und Verwaltung.

VALBERT ▪ Der Aufmarsch der Fahnen am Gedenkstein auf dem Koppenkopf, der den Gefallenen der Gebirgstruppe gewidmet ist, war beachtlich. Abordnungen verschiedener deutscher und befreundeter Kameradschaften aus dem benachbarten Ausland legten Kränze nieder. Ein Hornist blies das Trompetenstück vom „Guten Kameraden“. Die Valberter Jäger schossen Salut.

Rund 60 Teilnehmer hatten sich an dem Findling aus der Lüneburger Heide versammelt, als der Vorsitzende und Landesobmann des Kameradenkreises der Gebirgstruppe Landesverband RW, Karl Steiger, sie zur 47. Gedenkfeier an dieser Stelle willkommen hieß. Darunter waren, neben Verbandsfunktionären, hochdekorierte Veteranen des niederländischen „Bond van Wapenbroeders“ aus Roermond und Ospel, Funktionsträger von der Kameradschaft vom Edelweiß aus der Steiermark und aus Feldbach, hiesige Abordnungen von Feuerwehr, Schützenverein und TSG Valbert 1894, die Kyffhäuser-Kameradschaft Breckerfeld 1813, die Reservistenkameradschaft Meinerzhagen sowie ehemalige Militärs aus Bonn, Aachen und dem Ebbegebirge.

In seiner Ansprache gedachte Steiger der verstorbenen Kameraden, „aller anderen Gefallenen der Kriege, der Opfer von Gewaltherrschaft und Terror sowie der Opfer von aktuellen Auseinandersetzungen und der Gefallenen der Bundeswehr. „Hier schließen wir besonders die gefallenen Gebirgssoldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 mit ein.“ Die Geschichte, insbesondere die Militärgeschichte, müsse Kompassfunktion für folgende Generationen haben. Auch Gedenken im kleinen Kreis sei wichtig. Ortsvorsteher Fred Oehm überbrachte – wie schon in den zurückliegenden 20 Jahren – die Grüße von Rat und Verwaltung.

„Es ist Überzeugung aus unserer christlichen, abendländischen Kultur und gepflegte Tradition, dass Erinnerung gegen Vergessen gesetzt wird“, so Oehm. Das sei eine Verpflichtung der Lebenden gegenüber den Toten und denen, sie zeitlebens unter Kriegsfolgen zu leiden haben. Nachgeborene, die derlei nicht miterleben mussten und ihr Geschichtswissen oft nur aus der Literatur bezögen, hätten kein Recht, über die Soldaten im Einsatz zu richten. „Die Älteren unter uns wissen noch aus eigenem Erleben, dass die hier zu betrauernden Soldaten keine Chance hatten, den Dienst an der Waffe und somit den Einsatz an der Front zu verweigern.“ Jeder Soldat hätte sich damit der „Wehrkraftzersetzung“ schuldig gemacht. „Dafür kannte das Wehrkraftgesetzbuch nur ein Urteil: Tod durch Erschießen.

Im nahen Wilkenberg tagte bis zum Kriegsende der Feldgerichtshof, der die Aufgabe hatte, über Soldaten und Kriegsgefangene nach damaliger Rechtslage zu richten“, erinnerte Oehm an Zeiten, da schon politischer Ungehorsam nicht nur Leib und Leben des Unangepassten, sondern auch dessen Familie bedrohte. Noch einmal blies der Trompeter, und alle stimmten ein: Einigkeit und Recht und Freiheit....

Erna Schmidt

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