Volmestädter gedenken den Opfern der Pogromnacht

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Lichter wurden am Donnerstagabend in Gedenken an die Opfer der Pogromnacht an den acht Verlegeorten der Stolpersteine in Meinerzhagen aufgestellt – so auch auf dem Parkplatz am Aldimarkt (Teichstraße 10).

Meinerzhagen - Mit einer außergewöhnlichen Aktion, die von der Meinerzhagener Stolperstein-Initiative geplant worden war, gedachten am Donnerstagabend etwa 30 Bürgerinnen und Bürger den Opfern der Pogromnacht.

Unter dem Motto „Kein Stein bleibt in der dieser Nacht allein“ wurden an den acht Verlegeorten der Stolpersteine in der Volmestadt Kerzen und Teelichter angezündet. Vorbild für diese Aktion ist eine ebensolche, die es bereits seit 2013 in Hamburg gibt – in der Hansestadt gibt es mehr als 2000 Stolpersteine – und dort jährlich wiederholt wird.

Auch Beate Hoppe von der Initiative Stolpersteine zündete am Donnerstagabend Lichter an.

Treffpunkt war am Donnerstag das Haus „Zur Alten Post 8“ vor der Buchhandlung Schmitz, wo Joachim Trambacz – das Ehepaar Christina und Dietmar Först war krankheitsbedingt verhindert – zu Beginn der Aktion eine Rede hielt.

„Am 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen. Sie brannten in Deutschland. Sie brannten in Österreich. Sie brannten in der Tschechoslowakei. Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten“, erinnerte Trambacz, Gründungsmitglied und Sprecher der Initiative Stolpersteine.

Joachim Trambacz, Gründungsmitglied und Sprecher der Initiative Stolperstein, hielt zu Beginn der Aktion eine Rede.

„Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.“

Nachdem sie an den Stolpersteinen vorm Haus „Zur Alten Post 8“ Kerzen und Teelichter angezündet hatte, begann die Gruppe ihren Rundgang. Dieser führte über die Hauptstraße 15, zum Parkplatz am Aldimarkt (Teichstraße 10), von dort zum Fischbachhaus an der Lindenstraße, zur Hauptstraße 31, Kirchstraße 5, Derschlager Straße 11 und schließlich zur Kirchstraße 22.

„Kein Stein bleibt in der dieser Nacht allein“ lautete das Motto.

Im Anschluss wohnte die Gruppe einem Vortrag im Gemeindehaus an der Jesus-Christus-Kirche bei. Dort berichtete Ira Zezulak-Hölzer von ihrer Reise mit Gail Stern, die den Spuren ihrer Verwandten bis nach Weißrussland folgte. Der Abend endete mit einem von Joachim Trambacz gezeigten Zusammenschnitt von Bildern der Verlegungen von Stolpersteinen in Meinerzhagen und Kierspe.

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