Ein neues Einkaufs- und Begegnungszentrum

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Der neue „Quartiersweg“, flankiert von Einzelhandels-Geschäften. So stellen sich die Planer das neue Center vor.

Meinerzhagen - Das Interesse war groß, die Informationsflut gewaltig. Zum Info-Abend, zu dem die Stadt für Mittwochabend in den Ratssaal eingeladen hatte, waren etwa 150 Bürger gekommen, um über das Stadthallen- und Stadtplatz-Konzept zu diskutieren.

Das hatten die Experten des Büros RKW Architektur + und die Stadtverwaltung erarbeitet.Ein Einkaufszentrum mit der Stadthalle als sozio-kulturellem Begegnungs- und Veranstaltungszentrum. Das wollten Bürgermeister Jan Nesselrath, Jan Pieter Fraune von RKW und Hans-Joachim Hamerla vom Architekturbüro ASS den Besuchern schmackhaft machen.

Jan Nesselrath machte in seiner Begrüßung deutlich, wie alternativlos das Einkaufscenter in Verbindung mit der Stadthallen-Sanierung sei: „Das Projekt Stadthalle kann nicht zurückgestellt werden. Meine Zusage zu deren Erhalt steht nach wie vor. Eine Renovierung an einzelnen Stellen reicht nicht mehr aus. Wir stehen unter dem Zwang einer Großsanierung. Dazu brauchen wir auch jede Menge Fördergeld und Spenden. Ein neuer Einkaufsbereich würde die Innenstadt auch nicht ausbluten. Dadurch stärken wir die Innenstadt im Ganzen. Wir wollen unsere zweifellos vorhandene überdurchschnittliche Kaufkraft nicht abfließen lassen. Und wir brauchen eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Einzelhandels. Das stärkt die ganze Stadt. Jetzt haben wir eine riesige Chance.“ 

Jan Pieter Fraune (RKW) wurde deutlicher. Was das Center mit Tiefgaragen auf der jetzt größtenteils als Parkplatz genutzten Fläche seitlich der Stadthalle angeht, sprach er von einem Angebot, das möglicherweise Lebensmittel des täglichen Bedarfs, einen Discounter oder einen Getränkemarkt vorsehe. 

Hans-Joachim Hamerla (ASS) führte aus, dass Investoren bereits „mit den Hufen scharren“. „Beispielsweise die Rewe. Wir werden gefragt ,Was passiert hier?’. Es besteht reges Interesse.“ Hamerla verdeutlichte auch, dass die Stadthalle nur als Teil dieses Gesamtkonzeptes im Zusammenhang mit dem neuen Center förderfähig sei. „Der kommerzielle Teil muss sich dann allerdings selbst finanzieren. Deshalb suchen wir einen Investor. Aber es gibt mehrere Anfragen, in den vergangenen eineinhalb Jahren wurde großes Interesse gezeigt.“ Bis zu 60 Prozent Zuschüsse könnte es für die Stadthallen-Sanierung geben – ein Projekt, das zwischen 7 und 8 Millionen Euro kostet. Vorausgesetzt: Es entsteht „eine sozio-kulturelle Bürgerbegegnungsstätte mit multifunktionaler Nutzung“.

In der Fragerunde am Ende des Info-Abends kamen die Bürger dann zu Wort. Sie hatten einige Fragen: „Woher soll die Kaufkraft kommen?“ Jan Nesselrath: „Hier in Meinerzhagen liegt die Kaufkraft weit über dem Durchschnitt. Wir brauchen keine Kaufkraft von Außen zu holen – auch wenn es schön wäre, mit dem neuen Angebot Menschen aus dem Umland hierher zu holen.“ 

„Wie lange wird die Stadthalle durch die Sanierung nicht nutzbar sein?“ Hans-Joachim Hamerla: „Nach vorsichtigen Planungen könnte der Umbau frühestens Mitte 2020 beginnen. Das Projekt würde sich über ein bis zwei Jahre hinziehen. Aber zurzeit fehlt uns noch Detailwissen, um genauere Angaben machen zu können. Wir möchten den Zeitraum der Schließung auf jeden Fall zu klein wie möglich halten. Der Teil, den ein Privatinvestor übernehmen würde, wäre dann ab 2021 an der Reihe. Versprechen kann ich aber schon heute, dass die Baustellen nicht über den neuen Stadtplatz angefahren würden.“

„Was geschieht, wenn der Investor für den kommerziellen Bereich abspringt oder Pleite geht? Bricht das Gesamtkonstrukt dann zusammen?“ Hamerla: „Risiken gibt es, aber sie sind klein. Wir erwarten als Investoren keine Heuschrecken, sondern suchen solche mit Erfahrung und Bonität. Aber selbst im schlimmsten Fall würde die Stadt dann keine Schuld treffen. Das Fördergeld für die Stadthalle wäre nicht gefährdet.“

„Was passiert während der Schließung der Stadthalle mit den dort untergebrachten Einrichtungen wie Awo oder Bücherei?“ Nesselrath: „Wir werden Lösungen finden – und zwar für alle Einrichtungen. Aber es ist auch klar, dass wir die Stadthalle mit Einschränkungen für einen bestimmten Zeitraum schließen müssen. Wo während dieser Zeit beispielsweise die Awo unterkommt, darüber wird dann zu reden sein.“

„Gibt es in der Stadthalle zurzeit kein funktionierendes Rauchmelder-System?“ Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar: „Es gibt ein Konzept – und neue Rauchmelder wurden bereits eingebaut. Auch Wände wurden eingezogen, um die Empore im Brandfall von Rauch abzuschotten. Wir haben in der Stadthalle die Rauchmelder und die Abzugsanlage im

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