Gaststätte Zur Listertalsperre in Meinerzhagen eröffnet mit „to go“-Angebot

Mutiger Gastronom: Eröffnung im Lockdown

André und Rebecca Kattwinkel haben die Gaststätte Zur Listertalsperre eröffnet.
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André und Rebecca Kattwinkel haben die Gaststätte Zur Listertalsperre eröffnet - trotz Lockdown.

Statt hinter der Theke steht André Kattwinkel am Fenster und versorgt seine „Gäste“ mit Schnitzel, Roulade oder Rumpsteak „to go“: Gastronomie während des Lockdowns. Erschwerte Bedingungen auch für die Gaststätte Zur Listertalsperre, die erst seit wenigen Tagen geöffnet hat. Ein Start in einer Zeit, in der Gastronomen eigentlich ausgebremst sind.

Hunswinkel – „Was sollen wir machen?“, zuckt André Kattwinkel mit den Schultern. „Wir konnten nicht noch länger warten.“ Zusammen mit seiner Ehefrau Rebecca hat der 26-Jährige, der auch einen Event- und einem Imbissservice sowie ein Essen auf Rädern-Angebot betreibt, den ehemaligen Gasthof Vollmerhaus in Hunswinkel übernommen. Der Wunsch des jungen Paares: an die alten Zeiten anknüpfen, als es noch eine Gaststätte im Dorf gab, und zugleich frischen Wind ins Listertal bringen – auch in Sachen Tourismus.

Doch nicht nur wetterbedingt kehren derzeit weder Wanderer noch Radfahrer oder andere Ausflügler an der Listerstraße ein. Bedauerlich sei das schon, berichtet André Kattwinkel: „Man wird schon etwas traurig, wenn man sich anschaut, was wir hier alles gemacht haben.“ Zahlreiche Reservierungen habe er noch vor der Eröffnung annehmen können. Als Feiern im kleinen Rahmen noch möglich gewesen seien, sei sein Auftragsbuch für den Festsaal gefüllt gewesen. „Das darf ich mir jetzt eigentlich gar nicht alles angucken.“

Harte Einschränkungen für Gastronomen

Verständnis für die harten Einschränkungen in der Gastronomie hat er nicht. Im privaten Bereich würden Abstand und Kontaktbeschränkungen weniger eingehalten, ist André Kattwinkel sich sicher. „Im Restaurant kann man darauf achten.“

Das Ungleichgewicht im Dienstleistungsbereich erschwere die Akzeptanz. Nicht alles sei nachzuvollziehen, bedauert der Gastronom, betont zugleich aber auch, dass es für alle um das gleiche Ziel gehe: Infektionszahlen zu reduzieren. „Daher müssen wir uns einfach fügen. Es bleibt uns nichts anderes übrig.“

Dass der Lockdown light längst nicht mehr „leicht“ ist und sich nach den aktuellen Beschlüssen von Kanzlerin und Länderchefs bis in den Januar hinziehen wird – für André Kattwinkel ist diese Verlängerung zugleich nachvollziehbar angesichts der konstant hohen Infektionszahlen: „Dann ziehen wir es jetzt auch besser in einem durch.“

Weihnachten und Silvester – daran denke er in diesem Jahr eher mit Sorge, sagt der Neu-Listertaler: „Meine Befürchtung ist es, auch Anfang des neuen Jahres nicht öffnen zu können, sollte sich die Zahl der Coronaerkrankten nicht reduzieren.“

Die Gastronomen könnten daher nur darauf hoffen, dass ihre Abhol- und Lieferangebote weiterhin angenommen würden.

Eröffnung stößt auf positives Echo

Trotz des Lockdowns gibt es für André und Rebecca Kattwinkel aber auch Grund zur Freude: Die Eröffnung des neuen Gasthauses an einer altbekannten Stätte sei auf ein positives Echo im Listertal gestoßen: „Das hat uns einfach begeistert. Am ersten Wochenende waren unsere Vorräte sonntagsabends um sieben komplett leer gefegt. Damit hätten wir nie gerechnet.“

Bestellte Gerichte werden seither durchs Fenster nach draußen gereicht – für das Sauerländer Regenwetter wurde mit einem Zelt vorgesorgt. Bald soll die Abholung auch im Gastraum möglich sein.

Für Weihnachten und Silvester seien inzwischen ebenfalls erste Bestellungen eingegangen. Menüs mit Entenbrust, Gänsekeule oder Rouladen gibt es an den Festtagen ebenfalls „to go“.

Hoffen auf 2021

„An den Bestellzahlen merkt man dann schon, dass die Leute versuchen, sich an die Zehn-Personen-Regel zu halten“, hofft André Kattwinkel, dass sich die Infektionszahlen nach den Feiertagen nicht erhöhen werden. Dass das nächste Jahr eine Änderung bringen wird – der junge Gastwirt wünscht es sich wie alle. Seinen Betrieb wird der Meinerzhagener dann erweitern und an der Kalberschnacke den dortigen Kiosk übernehmen.

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